Leben in Jerusalem

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Jerusalem: Tote des erweiterten Suizids begraben und die Frage, ob jüdische Neueinwanderer in Israel integriert sind

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B“H
Jerusalem ist immer noch im Schockzustand, nachdem vorgestern eine Frau erst ihre vier kleinen Kinder erwürgte, ihr Apartment in Brand steckte und sich dann aufhängte. Das Wohnhaus, in dem die Tragödie geschah, liegt weniger als zehn Minuten von meinem Zuhause entfernt.
Offizielle Berichte besagen, dass die Frau an einer Depression litt und in psychiatrischer Behandlung war. Nichtsdestotrotz gibt es wohl nichts Schlimmeres als seine eigenen Kinder mit in den Tod zu nehmen.
Die Familie war vor 13 Jahren aus Frankreich eingewandert. Der Familienvater war auf der Arbeits als zuhause die Tragödie passierte. Als er heimkam, wurde er von der Polizei und Sozialarbeitern erwartet, die ihm die schlimme Nachricht überbrachten. Sofort kamen seine Eltern aus Frankreich eingeflogen und gestern Abend wurden die fünf Toten beerdigt.
Weitere Informationen hier:
http://www.timesofisrael.com/4-sisters-allegedly-killed-by-mother-in-suspected-murder-suicide-buried-in-jerusalem/
Die riesige Community der in den Statdteilen Baka und Arnona ansässigen französischen Juden befindet sich im Schockzustand. Israelische Medien dagegen begannen zu fragen, ob die israelische Gesellschaft jüdische Neueinwanderer (Olim) richtig integriert oder es den Neuankömmlingen zu schwer macht. So schwer, dass man sich selbst nach mehr als einem Jahrzehnt in Israel immer noch als Außenseiter fühlt.
Eine Menge Leute, mich eingeschlossen, meinen, dass eingewanderte Juden aus Frankreich oft unter sich bleiben. Nach der Aliyah finden sie eine Wohnung, lernen relativ schnell Hebräisch und finden einen Job. Sitzt man jedoch inmitten einer Gruppe von Franzosen, so reden sie immer nur Französisch und kümmern sich nicht um andere. Dasselbe mit Neueinwanderern aus Südamerika, die da immer nur beim Spanisch bleiben.
Okay, Anglos bleiben auch gerne unter sich, doch sind sie geselliger als Franzosen. Ich bin kein Anglo, habe aber zahlreiche Anglo Freunde und arbeite mit Juden aus den USA. Franzosen arbeiten zwar mit Israelis zusammen, ihre Freizeit aber verbringen sie vorwiegend mit ihresgleichen. Nicht nur hier in Baka haben sie sogar ihre eigene Synagoge.
Ich glaube nicht, dass die Frau sich und ihren Kindern das Leben nahm, weil sie sich schlecht integriert fühlte. Vielmehr soll sie an Depressionen gelitten haben. Und ihre Eltern wohnen ebenfalls im Land, was die Sache wesentlich einfacher macht.
Aber ist es wirklich so schwierig, sich in Israel integriert zu fühlen?
In ein fremdes Land einzuwandern, ist nie leicht. Auch nicht, wenn ein Jude aus zionistischen Gründen kommt. Eine andere Sprache und vor allem eine völlig andere Mentalität – damit haben die meisten Neueinwanderer zu kämpfen. Man kann sich nicht ausdrücken wie man will und hält Israelis einfach nur für rüde und unfreundlich.
Hinzu kommt, dass jeder Jude aus der Diaspora sein eigenes Päcklein Leben mitbringt. Jeder stammt von einem anderen Background und jeder kommt mit seinen Erwartungen. Wenn dann erst die Realität zuschlägt, sind nicht wenige frustiert und enttäuscht. So hatte man sich das nicht vorgestellt.
Viele Leute lesen meinen Blog und meinen, dass das Leben in Israel nicht so ist, wie ich es beschreibe. Okay, es ist ihr Recht so zu denken. Von mir aus soll jeder kommen und seine eigenen Erfahrungen machen, die letztendlich fast immer so ausfallen, wie ich es anfangs beschrieben habe. 
Es liegt an jedem Neueinwanderer selbst, ob er sich integriert fühlt oder nicht. Er ist es, der etwas tun muss und nicht unbedingt die israelische Gesellschaft. Klar, ist es hart, aber wer erst einmal Freunde findet und die Sprache lernt, erlebt eine Menge Unterstützung.
Link:
Selbstmord im Judentum
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