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Nicht für alle Israelis erweisen sich die Feiertage in diesem Oktober als ein Segen

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In der vergangenen Woche feierten wir zwei Tage lang das jüdische Neujahrsfest Rosh Hashana. Morgen Abend beginnt der höchste jüdische Feiertage Yom Kippur, welcher am Mittwochabend endet. Und schon am kommenden Sonntagabend beginnt Sukkot (das Laubhüttenfest), welches da eine ganze Woche andauern wird.
Diese drei Feiertage hintereinander sind toll und viele Juden geniessen sie. In Israel aber gibt es trotzdem eine Menge Einwohner, für die diese hohe Anzahl von Feiertagen eine finanzielle Katastrophe ist. An den Zwischenfeiertagen von Sukkot machen zahlreiche Betriebe dicht. Wer irgendwie bei den Kommunen oder der Regierung angestellt ist, hat ebenfalls das Nachsehen, denn bis nach Sukkot bleibt alles geschlossen.
Was bedeutet das für den Einzelnen?
In erster Linie mal ein finanzielles Desaster. Arbeitnehmer, die mit Stundenlöhnen bezahlt werden und deren Betriebe an Sukkot geschlossen bleiben, haben automatisch weniger Lohn. Einen Ausgleich gibt es kaum bis gar nicht. Wer nicht arbeitet, der verdient auch nichts. Und eine Woche Totalausfall bedeutet eine Menge Geld.
Des Weiteren besteht in Israel ein Gesetz, dass nur dann ein Arbeitgeber einen finanziellen Lohnausgleich an Feiertagen erhält, der länger als drei Monate im selben Betrieb arbeitet. Wer dagegen neu angefangen und ergo noch keine drei Monate im neuen Job arbeitet, erhält keinerlei Feiertagsgeld, sondern geht leer aus.
Als Feiertage zählen, u.a., der ersten und letzte Tag von Pessach, Shavuot, die zwei Tage an Rosh Hashana, der Yom Kippur sowie der ersten und letzte Tag von Sukkot. Die Zwischenfeiertage von Pessach und Sukkot fallen nicht unter diese Regel und es existiert keinerlei gesetzlicher Ausgleich.
Gestern Abend zeigte das israelische Fernsehen einen Bericht darüber, wie vor allem der Dienstleistungssektor in diesem Monat leidet. Betriebe zu und dementsprechend weniger Arbeitsstunden. Bedeutet, bis zu Tausend Schekel oder mehr weniger im kommenden Monat. Und das bei den hohen Lebenshaltungskosten und Mieten. Auf der einen Seite hat man frei und Urlaub, auf der anderen Seite jedoch kommt kein Geld ins Portemonnaie.
Bei mir schaut es so aus, dass ich an den Zwischenfeiertagen an Sukkot arbeiten muss. Und das nicht zu knapp. Meine Betriebe schließen nicht, obwohl viele Angestellte versuchen, Urlaub zu nehmen. Nicht immer mit Erfolg, denn alle können ja nicht wegbleiben.
Bis vor sechs Monaten dachte ich immer, dass das halbe Land an den Pessach – und Sukkot – Zwischenfeiertagen im Urlaub ist. Dann aber wurde ich eines Besseren belehrt. Lediglich Regierungsangestellte (von der Putzfrau bis zum Minister oder Stadtrat) haben Urlaub. Die überwiegende Mehrheit der übrigen Arbeitnehmerschaft muss schuften und Geld verdienen.
Hier ist der TV – Report von gestern abend. Allerdings nur in hebräischer Sprache:

 

Und hier gibt es ein paar Infos zum Arbeitsrecht in Israel:
http://www.kavlaoved.org.il/wp-content/uploads/2013/02/%D7%96%D7%9B%D7%95%D7%AA%D7%95%D7%9F-%D7%9C%D7%A4%D7%99-%D7%A9%D7%A2%D7%95%D7%AA-%D7%90%D7%A0%D7%92%D7%9C%D7%99%D7%AA-04.2015-.pdf
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