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Acht Dinge, die Touristen in Israel am meisten schocken

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B“H
1. Die extrem hohen Preise
Israel ist nicht Thailand, wo alles billig zu haben ist. Viele Touristen sind erstaunt, wenn sie Preise in den Supermärkten, Hotels, Hostels oder den Restaurants sehen. Dann kommt schon mal der erste Schock auf. Israel ist ein teures Land und man muss sich sein Geld sehr gut einteilen und auch mal Abstriche machen.
2. Der Schabbat
Für nichtjüdische Touristen ist der Schabbat ein Rätsel und es fällt schwer zu akzeptieren, dass die Egged Busse am späten Freitagnachmittag bis zum Samstagabend nach Schabbatausklang den Verkehr einstellen. Andererseits, wenn ich in ein Land mit einer anderen Religion fahre, mache ich mich doch im Vorfeld kundig und rege mich nicht hinterher auf.
3. Israelis sind laut
In Israel geht es nicht so leise und gesittet zu wie in deutschsprachigen Ländern. Stattdessen herrscht die Middle East Mentality und die ist nun einmal laut. Das wiederum bedeutet nicht, dass Leute, die laut reden oder schreien, miteinander streiten. Meistens unterhalten sie sich nur ganz „normal“.
4. Haredim (Ultra – orthodoxe Juden)
Die sogenannten Ultra – orthodoxen Juden sehen anders aus und für Touristen bleibt es ein Rätsel, wie jemand bei heißem Sommerwetter mit einem langen Kaftan herumlaufen kann. Die Haredim wiederum fragen sich, wie man nur so aufreizend angezogen herumlaufen kann, ohne ein kleines bisschen Würde zu bewahren.
Mit den Haredim ins Gespräch kommt kein nichtjüdischer Tourist. An der Klagemauer (Kotel) gibt es zwar den einen oder anderen religiösen Juden, der Leute anlabert, doch ernstzunehmen sind die nicht. Verrückte, Durchgeknallte oder Fakes. Davon laufen jede Menge herum.
5. Die Jerusalemer Altstadt schaut gar nicht so aus wie im Neuen Testament beschrieben
Christen sind jedes Mal geschockt, völlig andere Örtlichkeiten vorzufinden als erwartet. Nichts schaut so aus wie im NT beschrieben und die Christen, die in der Altstadt und andernorts leben, sind auch nicht gerade heilig. Die nämlich wollen an das Geld der Touristen und verramschen jeden Mist als heiligen Krimskrams. Eine deutsche und schweizer Touristen verkauften sogar auf dem Ölberg heiliges Wasser an Touristen. Das Wasser hatten sie zuvor aus dem Wasserhahn ihres Hostels in kleine Fläschchen laufen lassen. Heiliges Wasser frisch aus dem Waschbecken der Toilette. 🙂
Jerusalem wurde im Verlauf seiner Geschichte mehrere Male zerstört und auf den Trümmern wiederaufgebaut. Aus diesem Grund liegt die heutige Altstadt über jener vor Zweitausend und mehr Jahren. Siehe mehr dazu hier:
https://lebeninjerusalem.wordpress.com/2013/08/05/altes-und-neues-in-der-jerusalemer-altstadt/
Wer nicht aufpasst, der wird im arabischen Bazar gnadenlos abgezockt. Lasst Euch nichts von den palästinensischen Händlern, seien sie nun Christen oder Muslime, aufschwatzen, sonst ist Euer Portemonnaie leer und Ihr sitzt da mit billigem Ramsch. Vorsicht auch in der Grabeskirche, denn dort wird ebenfalls abgezockt!
6. In Israel spricht man kein Deutsch
Ob Ihr es glaubt oder nicht, ich traf einmal einen Juden aus Deutschland, der doch tatsächlich der Meinung war, dass in Israel Deutsch gesprochen wird. Oder zumindest Jiddisch und demnach muss er kein Hebräisch oder Englisch lernen. Diese Vorstellung erwies sich sehr schnell als falsch. In Israel trifft man nur sehr wenige Leute, die Deutsch sprechen. Und wenn, dann häufig mit gebrochenem Deutsch.
Die Vorstellung, dass alle hier lebenden Juden aus West – und Osteuropa stammen, erweist sich als Illusion. Hierzulande existieren in vielen Orten sephardische Mehrheiten. Juden, deren Vorfahren aus Marokko, dem Jemen, dem Iran, dem Irak, Kurdistan, Tunesien, dem Libanon, Syrien, Tunesien, Algerien oder aus Ägypten stammen. Und diese Juden haben dann oft eine dunklere Hautfarbe. Allein das schockt schon so manchen westlichen Touristen.
7. Soldaten laufen mit Maschinengewehren herum
Soldaten und Soldatinnen laufen mit Maschinengewehren herum. Völlig normal in Israel, in Europa sicherlich nicht. Gleichzeitig aber besitzt nicht jeder Israeli automatisch eine Waffe. Die Auflagen für einen Waffenschein sind sehr streng und nicht viele Leute bekommen einen.
8. Israelis drängeln sich vor
Wer an einem Stand Snacks oder etwas anderes kauft, gerät als Tourist schnell in die hintere Reihe. Wenn Tourist nun endlich mal bestellen und zahlen will, zwängt sich stets ein Israeli vor ihn. Viele Neueinwanderer aus westlichen Ländern haben dasselbe Problem, denn man will ja höflich bleiben und der Reihe nach bedient werden. In Israel dagegen muss sich durchgesetzt werden oder jemand steht halt stundenlang in der letzten Reihe und wartet darauf, eine Bestellung abzugeben.
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9 Kommentare

  1. Cass9376 sagt:

    „Allein das schockt schon so manchen westlichen Touristen.“

    In Deutschland und Österreich gibt es tatsächlich viele Leute, die völlig falsche Vorstellungen von Israel (und vom Judentum überhaupt) haben. Das fällt mir immer wieder auf. Zum Beispiel wird „orthodoxes Judentum“ regelmäßig mit „chassidisch“ gleichgesetzt – dass die National-Religiösen und die sephardischen Charedim nicht mit Kaftan und Perücke herumlaufen, stößt dann stets auf großes Erstaunen.

  2. Miriam Woelke sagt:

    B“H

    Mit meinen Beschreibungen auf Hamantaschen werde ich diesbezueglich noch fortfahren. Wegen der anstehenden Feiertage allerdings rutscht so manches etwas nach hinten. 🙂

    Generell weiss kaum jemand in Deutschland, dass ein orthodoxer Jude in Jeans und T – Shirt herumlaufen kann oder das es bei chassidischen Gruppen gravierende ideologische Unterschiede gibt. Wenn, dann kennt man vielleicht noch Chabad oder diverse obskure Breslover – Neureligioesen – Movements. Dass die groesste chassidische Gruppe der Welt Satmar heisst oder Gur (Ger) die groesste in Israel ansaessige chassidische Gruppe ist – das ist schon wieder zuviel und man kennt noch nicht mal diese Gruppennamen.

    Sephardische Juden sind gaenzlich unbekannt, genauso wie die Nationalreligioesen. Und an der Klagemauer warten die Touristen, dass alle Juden einen gemeinsamen G – ttesdienst beten, der da nie kommt. 🙂

    Es existieren unendlich viele Minyanim und jeder hat halt sein eigenes kleines Grueppchen irgendwo stehen, mit dem er betet.

    Uebrigens tragen auch die richtigen Breslover Frauen keine Peruecke. 🙂

  3. Cass9376 sagt:

    Im deutsch-sprachigen Raum sind Medien sowie Kommentatoren in Internet-Foren auffallend häufig auf die Vorstellung fixiert, alle orthodoxen Jüdinnen würden Perücken tragen – obwohl viele das ja keineswegs tun. Ich weiß, dass Perücken als Bedeckung der Haare von sephardischen Juden stark abgelehnt werden. Erstaunlicherweise bin ich auch schon Leuten begegnet, die ernsthaft glaubten, alle orthodoxen jüdischen Frauen würden sich nach ihrer Hochzeit die Haare abscheren. Hier tut Aufklärung wirklich Not.

  4. Miriam Woelke sagt:

    B“H

    Gleich nach den Sukkot – Feiertagen werde ich auf Hamantaschen mit dem Thema „Haredim / Ultra – orthodoxe Juden“ fortfahren.

    Im Gegensatz zum Islam, wo sich fromme Muslimas die Haare bedecken, finden wir die weibliche Kopfbedeckung im Judentum nur bei frommen verheirateten Frauen. Die Kopfbedeckung kann ganz unterschiedlicher Art und je nach dem eigenen Movement ausfallen.

    Wenn es denn um Peruecken geht:

    Sephardische Juden lehnen die Peruecke strikt ab. Bei den Chassidism sind es die Breslover, deren verheiratete Frauen keinerlei Peruecken tragen. Fuer andere chassidische Gruppen wie, u.a., die Toldot Aharon, gilt die Peruecke als total unkoscher und wird abgrundtief verachtet. Zudem streiten diverse litvische Movements seit Jahren darum, ob die Peruecke nun aus Kunsthaar oder echtem Haar bestehen soll.

    Fromme verheiratete Frauen schneiden sich nach der Hochzeit nicht die Haare ab. In diversen chassidischen Gruppen ist das Tradition, doch am Ende entscheidet das jeder selber. Und man schaut ja bekanntlich niemandem unter die Kopfbedeckung. 🙂

  5. Cass9376 sagt:

    Ja, und auch bei den National-Religiösen ist die Verwendung von Perücken äußerst unüblich. Bei meinen Besuchen in Israel habe ich sehr viele national-religiöse Frauen gesehen, die lange (oft sogar bodenlange) Röcke und Kopftücher oder Hauben trugen.

    So wie in diesem Video:

  6. Miriam Woelke sagt:

    B“H

    Normalerweise traege keine nationalreligioese Frau eine Peruecke. Dort wird eher ein Tuch oder selbst ein Hut verwendet. Haeufig Tuecher in bunten Farben udn ganz modern. Je nach persoenlicher Einstellung.

    Ich verstehe gar nicht, warum um die Peruecke solch ein Aufhebens gemacht wird. Muss doch jeder selber wissen, was er tut. Von mir aus kann eine muslimische Frau auch Hijab tragen. Burka waere vielleicht zu uebertrieben, denn man will ja eine Person identifizieren. Aber Hijab oder Kopftuch bei Muslimen ist mir voellig einerlei.

  7. Cass9376 sagt:

    In Deutschland (aber auch in Österreich, wo ich lebe) ist der Islam gerade dabei, sich stark auszubreiten. Das wird nicht zuletzt daran deutlich, dass mehr und mehr Frauen (und Mädchen, zunehmend sogar kleine Kinder) mit Hijab herumlaufen. Viele Leute hier sehen das nicht gern, und es gibt immer wieder sehr heftige Auseinandersetzungen, und sogar Forderungen nach einem „Kopftuch-Verbot“ an (öffentlichen) Schulen, im Staatsdienst, etc. Dass auch orthodoxe jüdische Frauen Kopftücher oder ähnliche Kopfbedeckungen tragen, ist den meisten Deutschen und Österreichern gar nicht bekannt.

  8. Miriam Woelke sagt:

    B“H

    Im Mittelalter liefen die Frauen Europas auch mit Kopfbedeckungen herum. Jedenfalls verheiratete christliche Frauen.

    Irgendwo auf Youtube gibt es einen dt. Spielfilm, der von einer Lehrerin handelt, die eine Muslima mit Hijab in ihre Klasse bekommt. Um sich naeher mit dem Maedchen zu identifizieren, zieht sich die Lehrerin einen Hijab, oder was auch immer, an.

    Ich finde solch eine Art von „Identitaetswahnsinn“ absolut pervers. Genauso wie Leute, die sich eine Kippah auf den Kopf setzen, um zu sehen, wie das ist, Jude zu sein.

    Eine Kippah macht noch keinen Juden genauso wenig wie die Hijab eine Muslima.

  9. Cass9376 sagt:

    Ja, das stimmt. Es gibt ja sogar einen „World Hijab Day“, der dazu dienen soll, Frauen (auch – oder gerade – nicht-muslimische Frauen) dazu zu „ermuntern“, einen Tag lang mit einem Hijab herumzulaufen – völlig grotesk.

    Siehe hier:

    https://en.wikipedia.org/wiki/World_Hijab_Day

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