Leben in Jerusalem

Startseite » Bildungswesen » Schulbeginn und Englischlehrer in Israel

Schulbeginn und Englischlehrer in Israel

Validation content="ca3b12cf8d29815feeb7b8e18de25f4b"
B“H
Morgen ist der 1. September. Ein symbolträchtiger Tag in Israel, denn am 1. September eines jeden Jahres beginnt das neue Schuljahr. Morgen früh strömen Abertausende Schüler nach den ewig langen Sommerferien (seit Ende Juni) wieder in die Klassen und Erstklässler haben ihren großen Tag.
Der erste Schultag ist in jedem Jahr ein Riesenereignis. Das Fernsehen berichtet morgens live aus verschiedenen Schulen. Sämtliche Knessetabgeordnete sind vor Ort und lassen sich mit Schülern ablichten.
Einer meiner Schüler (vom Zweitjob) fragte mich, warum ich mich denn nicht bei einer Schule bewerbe. Die suchen dringend erfahrene Englischlehrer.
Ich antwortete „Nein danke, denn mit den hiesigen Kids will ich mich absolut nicht rumschlagen.“ 🙂
Noch dazu, wo der Lehrerjob schlecht bezahlt wird. Da bleibe ich lieber in meinem Hauptjob. Allerdings denke ich schon daran, weiter Englisch zu unterrichten. Das tue ich die ganze Zeit im Zweitjob, wo auch verdammt wenig gezahlt wird. Für das, was wir dort leisten müssen, werden wir ganz schön abgezockt.
Ende September kann ich endlich kündigen und dann mal sehen, ob sich vielleicht auf dem englischen Sektor etwas ergibt. Immerhin habe ich im Zweitjob sehr viel gelernt und es macht sich gut im Lebenslauf. Die Arbeit an sich ist toll, denn man lernt sämtliche Leute kennen, an die man sonst nie herankommen täte. Nur das Management ist halt total daneben und ich werde niemandem diesen Job weiterempfehlen.
Das Kuriose ist, dass ich auch israelische Englischlehrer in Englisch unterrichte. Und wenn ich mir deren Grammatik anhöre (man kennt noch nicht einmal den Unterschied zwischen WILL und GOING TO), dann ist das teilweise erschreckend. Damit stehen die israelischen Englischlehrer nicht allein, denn aus meiner eigenen deutschen Schulzeit weiß ich, dass die dortigen Englischlehrer genauso eine Katastrophe waren. Außer natürlich dem Unterricht englischer Muttersprachler, von deren Wissen ich heute noch zehre. Deutsche Englischlehrer hingegen brachten mir sehr viele Fehler dabei, welche in der Praxis in Israel erst einmal korrigiert werden mussten. Man denkt ja immer, Englisch sei so furchtbar einfach, aber sobald man sich mit dem Past und Future Progressive herumschlägt, wird die Sache schon etwas komplizierter.
Früher dachte ich stets, die Englischkenntnisse vieler Israelis seien okay. Wir alle wissen, dass Russen und Äthiopier kaum über irgendwelche Englischkenntnisse verfügen, aber der Rest, so dachte ich, sei ganz passabel. Aber weit gefehlt, denn wer genau hinhört, den trifft teilweise der Schlag. Kein Wunder also, dass das Englischlernen im Land total populär geworden ist. Heutzutage braucht man es halt im Beruf und ich selber helfe meinen Schülern bei TOEFL Vorbereitungen sowie Business Präsentationen.
Morgen geht die Schule also offiziell wieder los und somit auch die Vorbereitungen auf das nächste Bagrut (Abitur).
Hier ist ein interessanter Artikel zum Thema:

Ist nur Englisch allein so wichtig?

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: