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Kleinunternehmen in Jerusalem?

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B“H
In Israel existieren, wie andernorts auch, unendlich viele Kleinunternehmen. Von der Falafelbude bis hin zum Schuhmacher. Wobei die meisten Schuhmacher heutzutage russische Neueinwanderer sind. 🙂
Lohnt sich ein Kleinunternehmen in Israel?
Kommt drauf an, was der Kleinunternehmer verkaufen will. Falafel, Tässchen Kaffee und Kuchen sowie Kitsch – Krimskrams gibt es im Überfluss. In der Jerusalemer Innenstadt machen ständig Läden / Restaurants dicht und kurz darauf eröffnet ein anderer Inhaber.
Einen aktuellen Untergang sehe ich vorprogrammiert. Ich hoffe, dass ich mich irre, aber die Realität deutet auf nichts Gutes hin: Zwei junge Mädels eröffneten vor circa einem halben Jahr in der Keren Hayessod Street ein Restaurant. Irgendwelche Menus mit viel Fenchel. Das sollte etwas Spezielles bzw. Außergewöhnliches werden. Aber nicht nur Fenchel, sondern andere Speisen, die nicht so gängig sind.
Die Mädels investierten all ihr Erspartes und hofften auf Kundschaft vom gegenüberliegenden Hotel. Auf die Frage, was sie denn zu den ausbleibenden Israeltouristen sagen und ob man da wohl auf viel Kundschaft hoffen könne, gingen sie kaum ein.
Das Problem ist, dass das Restaurant inmitten mehrerer anderer Restaurants liegt. Einer Pizzeria, einer Bar und noch ein oder zwei anderen Sachen. Die Hälfte dieser Restaurants sind nicht koscher und haben am Schabbat geöffnet. Auch das Business der Mädels befindet sich darunter. In Jerusalem bedeutet dies, dass ein erheblicher Anteil an Kundschaft automatisch ausbleibt. Nämlich all jene Leute, die Wert auf koschere Küche legen. Und das sind bei weitem nicht nur religiöse Juden, sondern auch eine Menge traditioneller Juden.
Wenn ich ein paar Mal pro Woche abends an den Restaurants vorbeigehe, sehe ich die Pizzeria voller Kundschaft. Auch die Bar macht Profite. Einzig und allein das Restaurant der Mädels ist so gut wie leer.
Ich wüsste nicht, was ich den Beiden raten soll. Eine koschere Küche wäre definitiv von Vorteil. Ich vermute aber auch, dass es viele Leute abschreckt, wenn die Mädels bei der Gelegenheit verkünden, sie seien ein lesbisches Ehepaar. Und das taten sie in der Lokalpresse recht aufdringlich und übertrieben. Für das Business war das nicht gerade förderlich, denn was hat die sexuelle Orientierung mit dem Fenchel zu tun? Okay, so seid lesbisch, aber privat ist privat und Business ist nun mal Business. Noch dazu, wo offenbar nicht einmal die Homoszene das Restaurant frequentiert.
Wie lange die Beiden sich noch halten können? Keine Ahnung!
In Israel kann jeder Unternehmer schnell in der Insolvenz enden. Die Steuern sind hoch, dazu all die anderen Kosten drumherum. Bis zu einem Jahresumsatz von 70,000 Schekel ist alles easy und kaum steuerbelastet. Bis zu dem Betrag braucht man auch noch keinen Steuerberater.
Einfach so ein Business eröffnen?
Der Kleinunternehmer sollte mit der Landessprache vertraut sein. Vor allem aber auch mit der Mentalität und den israelischen Zahlungsgepflogenheiten. Wer das nicht in- und auswendig beherrscht, dem Gnade G – tt. Zudem braucht der Markt nicht noch mehr Falafel, sondern etwas Nützliches. Und … Israelis lieben es billig!!! 🙂
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