Leben in Jerusalem

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Die alte Knesset, Startups in Jerusalem und das Cafe Ta’amon

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In Jerusalem herrscht die übliche Juli – Hitze. 33 Grad Celsius heute und erst am Sonntag „kühlt“ es sich wieder auf 29 Grad Celsius ab. Wenigstens sind die Nächte relativ kühl und die Hitze steht nicht im Raum. Das hat den Vorteil, dass man schlafen kann und sich nicht nassgeschwitzt herumwälzt.
Israel befindet sich im Sommerurlaub, aber was heißt das schon? Viele Leute fliegen ins Ausland, doch die Mehrheit kann sich keine Auslandsaufenthalte leisten. Schon gar nicht, wenn eine Familie kleine Kinder hat. Deswegen werden vielerorts Sommerattraktionen, wie Basketballturniere) für Kinder und Jugendliche angeboten.
In Jerusalem wird aktuell das ehemalige HaMashbir – Gebäude an der Kreuzung King George / Ben Yehudah umgebaut. Die HaMashbir – Kette ist die einzige Kaufhauskette im Land und mehrere Jahrzehnte befand sich die Jerusalemer Niederlassung in eben jenem Gebäude Downtown. Vor einigen Jahren dann zog man an den Zion Square (Kikar Zion) um. Ob dadurch mehr Kundgeschaft gewonnen wurde, wage ich zu bezweifeln. Israelis lieben Shopping Malls, in denen sie von Shop zu Shop ziehen können. Nebendran all die kleinen Cafes, Restaurants und Imbisse mit Falafel, Schwarma (Döner) oder halt traditionelle sephardische Gerichte wie Kube, Suppen, Reis und jede Menge Salate. Fleisch sowie Salate stehen immer hoch im Kurs.
Im alten HaMashbir – Gebäude sollen nach dem Umbau, man höre und staune, lokale Startups ein neues Zuhause finden. Zwar meinen die Leute stets, dass nur Tel Aviv DIE Startup – Stadt Israels sei, doch Jerusalem steht dem nicht unbedingt nach. In einigen Stadtteilen siedelten sich schon vor Jahren Startup – Unternehmen an und jetzt tut sich sogar etwas in der Innenstadt.
Nur wenige Meter entfernt finden wir einen weiteren größeren Umbau: Die erste Knesset Israels wird in ein Knesset – Museum verwandelt. Ich glaube es war bis Mitte der 60iger Jahre, dass sich die Knesset in der King George Street befand. Danach wurde in das heutige Gebäude im Regierungsviertel (nahe Israel Museum) umgezogen. Heutzutage geht kein Abgeordneter ohne Bodyguards vor die Tür, doch damals in der guten alten Zeit fanden sich die Abgeordneten im gegenüberliegenden Cafe ein. Man trat aus dem alten Gebäude, überquerte die Straße und schon war man im, zu damaligen Zeit, berühmten Cafe Ta’amon.

 

 

Nachdem die Knesset umgezogen war, ging es mit dem Ta’amon bergab. Die Kundschaft blieb aus und vor einigen Jahre machte der alte Besitzer ganz dicht. Seitdem wechseln sich Cafes und Imbisse ab. Niemand hält lange durch. Obwohl die Location super ist, so ist der Konkurrenzkampf hart.
Das Ta’amon war nie koscher, doch jetzt baute ein Nachfahre des alten Besitzers ein neues Ta’amon auf. Koscher und in einem ultra – Orthodoxen (haredischen) Stadtteil gelegen. Ob ihm dort ein neuer Erfolg gelingt, wer weiß.
Die Stimmung in Jerusalem ist heute eine andere. Zwar ist die Stadt immer noch recht gemütlich, doch Läden und Cafes verändern sich. Vor allem seitdem die Billigketten COFIZZ und COFIX ihre 5 – Schekel Kaffees und Kuchen anbieten. Wer hockt sich da noch in ein teures Cafe? Mittlerweile gibt es in der Agrippas Street am Machane Yehudah Markt sogar eine 5 – Schekel Pizzakette mit dem Namen PIZZA FIX. In Anlehnung an COFIX.
Allerdings findet wir bei Pizza Fix lediglich das Stück Pizza (Hebräisch: Meschulasch) für 5 Schekel. Eine ganze Pizza kostet nur 15 Schekel. Weiter unten in der King George werden Familien – Pizzen für 20 Schekel angeboten. Mir jedenfalls schmecken diese Pizzen und einmal im Monat kaufe ich mir eine für daheim.
Gastronomiebetriebe kommen und gehen, die israelischen Essgewohnheiten jedoch bleiben. Trotz Pizza und Suschi finden Falafel, Schwarma sowie sephardische Hausmannskost weiterhin reißenden Absatz.
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