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Israel: „Neueinwanderer landen oft im Callcenter“

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B“H
Der klassische Social Media Freak bin ich absolut nicht. Ich habe ein Twitter Account, welches ich vorwiegend für News nutze. Ich folge einer Menge Leute und viele von denen verbreiten interessante Nachrichten. Ansonsten muss ich nicht tweeten um mitzuteilen, ob ich gerade auf dem Klo hocke oder eine Pizza esse.
Mein Instagram Account nutze ich eher selten bis gar nicht mehr und Facebook habe ich nach jahrelanger Pause eingerichtet, um Research zu betreiben. Zwecks wirklicher Kommunikation sind mir Leute, die ich persönlich kenne, wesentlich lieber.
Was mir auf Facebook so nebenbei auffiel ist die Tatsache, dass offenbar immer mehr Neueinwanderer nach Israel in die Callcenter Branche gezogen werden. Darunter auch Deutsche und Österreicher, denn mehrere Callcenter sind auf die deutsche Sprache ausgerichtet bzw. Kundschaft im deutschsprachigen Raum. Hierbei, unter anderem, die Online Gaming Industry, deren Startups zumeist in Tel Aviv sitzen. Überhaupt befinden sich fast all diese Callcenter im Großraum Tel Aviv.
Das Online Gaming (Poker, Roulette, etc.) ist in Israel gesetzlich verboten. Die hierzulande ansässige Online Gaming Industry bietet daher Poker und sämtliche andere Zockerei (mit Geld) im Ausland an. Israelis können sich mit einer israelischen IP Adresse nicht bei diesen Portals anmelden. Auch dann nicht, wenn der Gaming Anbieter in den USA sitzt.
In Deutschland haben israelische Gaming Anbieter massenhaft Kundschaft. Wie mir jemand berichtete, stammt ein Großteil des Klientels von den in Deutschland lebenden Türken. Gewinne seien möglich und manchmal räumt ein Kunde auch schon mal mehrere Tausend Euro ab. Allerdings kommt dann die Steuer und wer weiß, was noch alles.
In mehreren Teilen Deutschlands sowie in den USA sind die Online Spiele um Geld ebenso gesetzlich untersagt. Als Anbieter bewegt man sich oft in einer Grauzone und benötigt ständig gute Anwälte. Andererseits macht gerade die weltweite Gaming Industry riesige Gewinne.
In erster Linien werden Callcenter Leute beim Telemarketing eingesetzt. Aktuell offenbar auch beim Kundendienst verschiedener Produkte. Die Bezahlung wird im Internet hoch gelobt, aber realistisch betrachtet, kommt nicht viel Kohle dabei heraus. Außerdem stelle ich es mir schlimm vor, wenn man am Telefon irgendwelche Leute vom Kauf einer Ware überzeugen soll und man, mehr oder weniger, von diesem Erfolg abhängig ist. Kurz gesagt: Nichts verkauft = Kündigung und vielleicht zum nächsten Callcenter wechseln.
Mehrere Callcenter bieten lediglich befristete Jobs, denn Mitarbeiter werden nur für zeitlich begrenzte Projekte gesucht. Wer sich also für einen derartige Job interessiert, sollte auf alles gefasst sein. Schnell entlassen zu werden und unter totalen Druck zu arbeiten. Wer nicht funktioniert, der fliegt. Ob sich das tatsächlich finanziell lohnt, steht auf einem anderen Blatt. Aber es gibt immer Leute, die momentan keinen besseren Job finden und Geld brauchen. Man sagt sich halt, dass erstmal Geld verdient und so Zeit gewonnen wird, sich anderweitig umzusehen. Und das ist absolut okay.
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