Leben in Jerusalem

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Dummheit oder will General Ya’ir Golan in die Knesset?

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Es ist immer wieder erstaunlich, wie hohe israelische Militärs und ehemalige Leiter von Mossad sowie dem inneren Geheimdienst Schabak sich nach ihren offiziellen Amtsperioden als absolute Linke entpuppen. Zusammen mit der Arbeiterpartei und sämtlichen Linken verteidigen sie sogar die Palästinenser oder zeigen laienhaftes „Verständnis“. „Israel müsse einen Großteil seines Territoriums an die Palästinenser abtreten.“ Dabei zeigt die langjährige Erfahrung, dass dieser Akt allein ein gefährliches Sicherheitsrisiko mit sich bringt. Und gerade die Militärs sollten das wissen. Andererseits kann es genauso sein, dass man sich nach der Amtsperiode in der Politik etablieren, weil man machtsüchtig ist und nicht einfach nach Hause gehen und gelangweilt vor dem Fernseher enden will.
Innerhalb der letzten Jahrzehnte fanden wir mehrere hohe Militärs oder Geheimdienstler in der Politik wieder. Wobei niemand so richtig fragt, ob denn diese Leute besonders qualifiziert sind. Die Knesset ist nicht die Armee, obwohl es dennoch manchmal so erscheint.
Aus Deutschland kenne ich es nicht, dass Truppenkommandeure oder der Oberbefehlshaber der Bundeswehr politische Reden schwingen, um in den Bundestag gewählt zu werden. Machtgeil und mit dem Drang, in der Öffentlichkeit stehen zu wollen. Der einstige Oberbefehlshaber Ehud Barak war stets ein guter Verteidigungsminister, doch als Premier erwies er sich als ausgesprochene Niete. Leider kapieren die hiesigen hohen Militärs und Geheimdienstler nicht, dass ihre Qualifikation nicht für alles steht. Nach einer Führungsposition werden offenbar viele größenwahnsinnig.
Ist General Ya’ir Golan auf demselben Pfad und sucht einen Einstieg in die Politik? Eine Menge Israelis sehen das so nach des Generals Rede zum Yom Hashoah vor zwei Wochen. Da nämlich gab Ya’ir Golan zum Besten, dass er das heutige Israel bzw. die Gesellschaft so sehe, wie die Deutschen in den 30 – iger Jahren. Kurz gesagt, er zog einen Vergleich zwischen dem Deutschland vor der Nazizeit und der heutigen israelischen Gesellschaft.
Mein Zweitjob bringt es mit sich, dass ich mit sehr viel Leuten in Kontakt komme. Darunter auch Militärs. Jemand, der Ya’ir Golan kennt, sagte mit, dass der General das nicht so gemeint bzw. sich falsch ausgedrückt habe. Die Mehrheit der Leute, mit denen ich sprach (Militärs und Zivilisten) waren entsetzt. Das halbe Land schrie nach der Rede auf, denn Golan wisse offenbar nicht, was vor und während der Nazizeit in Deutschland abging. Dass Juden verfolgt wurden, bestimmte Berufe nicht ergreifen konnten und kaum mehr Rechte hatten. Dagegen haben die Palästinenser in Israel sämtliche Rechte. Die Geschichte mit der heutigen Zeit zu vergleichen, ist einfach nur dumm. Allerdings unterschätzen eine Menge israelische Politiker und Militärs ihre historischen Kenntnisse. Selbst ein Uni – Professor aus Tel Aviv beklagte sich entsetzt als wir das Thema diskutierten.
Dann begann Verteidigungsminister Ya’alon zu zicken, indem er verkündete, dass alle Militärs sich auch einmal politisch äußern sollten. „Nur zu“, so seine Ansage. Daraufhin flippte Netanyahu aus und es kam zu einem „klärenden“ Gespräch zwischen den Beiden.
Meiner Ansicht nach hätte Ya’ir Golan eine offizielle Rüge verdient und Ya’alon gehört gefeuert. Aber die Politik und all die kleinen Kungeleien spielen da ihre eigenen Machtspielchen.
Ein Offizier sollte bei seinen Leisten bleiben und in Uniform keinerlei politische Reden schwingen. Vor allem sollte er mit all seinem Unwissen keine wirren historischen Vergleiche aufstellen. Was mich wundert ist, dass die internationalen Medien nicht gleich eingestiegen sind. „Ja, sogar ein General sagt jetzt was blabla.“
Ya’ir Golan kapiert gar nicht, was er für Schaden anrichten kann, mit seinen dummen Theorien. Und dann geht das Israel Bashing wieder von vorne los, weil ein General zeigen wollte, dass er in die Knesset will.
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