Leben in Jerusalem

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Das Wort zum israelischen Sonntag

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B“H
Der Sommer ist da und das auch gleich so richtig knallig: Morgen „leiden“ wir in Jerusalem unter schlappen 38 Grad Celsius. Dafür kühlt es sich am Mittwoch auf 23 Grad Celsius ab, doch am Schabbat kommen die Hitze zurück.
Meine Blogs lasse ich manchmal aus Zeitmangel schleifen, aber nein, aufgeben tue ich sie nicht. Ich muss zugeben, dass ich momentan nichts so sehr hasse, wie meinen Zweitjob. Er nimmt mir meine ganze Freizeit und ich war zu blöd, dass vorher genau zu durchdenken. Jetzt hänge ich in einem Job, den ich weder will noch brauche, da ich mit meinem Hauptjob mehr als genug verdiene.
Kündigen?
Ja, wollte ich schon in der ersten Arbeitswoche, aber vertraglich sind wir zu mindestens sechs Monaten verpflichtet. Und wenn wir vorher kündigen, was ein paar Leutchen schon getan haben, müssen wir 500 Schekel Strafe zahlen. Das klingt nicht viel, aber gönnen tue ich das dem Arbeitgeber nicht. Und deswegen hoffe ich darauf, vorher gefeuert zu werden. Alle paar Monate wird nämlich circa der Hälfte der Belegschaft eben mal so gekündigt, denn so erspart sich das Unternehmen die Renteneinzahlungen. Neu ist diese Methode nicht, denn vor Jahren wurde dieses Verfahren bereits bei der Hebrew University praktiziert. Bevor ein Arbeitnehmer alle Rechte erhält, wird er nach wenigen Monaten gefeuert. Dann kommen neue Leute, denen dasselbe Schicksal droht. Und so weiter, und so weiter.
Diejenigen, die eine Familie zu ernähren haben, sind besonders betroffen und es ist eine riesige Arbeitgeber – Abzocke – Schweinerei. Mir dagegen käme die Kündigung meines Zweitjobs mehr als gelegen und ich würde Freudentänze aufführen, da ich nicht auf den Job angewiesen bin. Andere wiederum sind es und was soll aus denen bei der miesen Lage auf dem Arbeitsmarkt werden? Noch dazu, wo viele von ihnen gehobeneren Alters sind. Ein Bekannter wurde vor ein paar Wochen gefeuert und ich sitze neidisch da.
Okay, all diese Konditionen bringt unsere Zeit wohl so mit sich. Ein fester Arbeitsvertrag zählt kaum mehr etwas und richtig betrogen werden die Zeitarbeiter. Mit Zeitarbeit habe ich in Israel keinerlei Erfahrung, doch kann es kaum schlimmer zugehen als meine Festanstellung im Zweitjob.
Was gibt es noch Neues im Ländle?
Netanyahu und der Vorsitzende der Arbeiterpartei, Yitzchak Herzog, planen eine große Koalition. Auch und vor allem in der Politik geht die Kungelei um. Hoffentlich enden wir mit den Linken nicht so wie die deutsche Bundesregierung. Dort entpuppten sich die Linken als bestens gerüstete Diktatoren und sie sind keinen Deut besser als rechte Diktatoren. Dabei hatten wir einst auf die Moderne, den Liberalismus und all das gehofft. Jetzt ist der Liberalismus da und zwingt die Menschen in eine unerwartete andere Diktaturform.
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