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Israel: „Soldat erschiesst Palästinenser“ & „TNUVA entlässt circa 500 Mitarbeiter“

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Photo: Miriam Woelke

Blick auf Tel Aviv
B“H
Das Training für meinen neuen Halbtagsjob bei der „Jerusalem Post“ ging am Mittwoch zuende. Eine tolle Erfahrung und wir verbliebenen sechs neuen Angestellten waren in den sechs Tagen des Trainings in Tel Aviv zu Freunden geworden. Wie ich bereits erwähnte, waren Leute vorher abgesprungen oder ihnen wurde vermutlich gesagt, dass der Job nichts für sie sei.
Es stimmt. Man muss total viel lernen und sich einarbeiten. Dazu muss man multi – task(en) und darf kein notorischer Selbstdarsteller sein. Unser Job ist es, Israelis die englische Sprache beizubringen und nicht den Schülern nur von sich selber zu erzählen.
Am Donnerstagnachmittag bekamen wir vier Jerusalemer Neulinge sogleich unsere erste Schicht. In Tel Aviv hatte man mir gesagt, dass ich in circa zwei Wochen in die Business Abteilung soll. Heißt, das Englisch von Geschäftsleute verbessern oder ihnen Business Vokabular beibringen. Allerdings stellte ich schon zu Beginn meiner ersten Schicht fest, dass sämtliche Schüler auf meiner Liste Geschäftsleute und Regierungsangestellte sind. Davon jemand Hochrangiges aus der Finanzwelt. Also konnte ich gleich im Vorfeld schon einmal üben. 🙂
Obwohl es mittlerweile circa zwei Wochen zurückliegt, dass ein israelischer Soldat einen am Boden liegenden palästinensischen Terroristen erschoss, ging einer meiner Schüler auf das Thema ein. „Der Soldat habe ohne Gnade gehandelt und deswegen gehört er bestraft.“
In Israel wird das Thema immer noch heftig diskutiert und die Mehrheit der Bevölkerung steht auf der Seite des Soldaten. Der Soldat gab an, der bereits überwältigte und am Boden liegende palästinensische Terrorist habe einen auffällig langen Mantel getragen. Und das bei warmen Temperaturen. Dann habe er sich bewegt und da der Soldate dachte, der Terrorist habe einen Sprengstoffgürtel unter dem Mantel versteckt und wolle sich nun in die Luft jagen, habe er halt geschossen. Vorher rief er noch seinen Kameraden eine Warnung zu, was durch Zeugen belegt wurde und eine Tatsache ist. Nur zur Erinnerung: In den 90iger Jahren sprengten sich palästinensische Terroristen an der Beit Lid Kreuzung (nahe Netanya) in die Luft. Der zweite Terrorist jedoch erst als Sanitäter und Polizei kamen. Seither ist man in Israel erst einmal vorsichtig, wenn sich ein Palästinenser in die Luft sprengt. Lieber kurz abwarten als blind in einen Hinterhalt zu rennen.
Der Soldat befindet sich momentan unter Hausarrest und wird nicht mehr wegen Mordes angeklagt, sondern wegen fahrlässiger Tötung. Die Mehrheit Israels steht hinter ihm, andere Meinungen aber lauten, dass der Soldat absolut falsch handelte. Außerdem sollen sich Israelis nicht auf dieselbe mörderische Stufe begeben, wie palästinensische Terroristen.
Die Gefahr besteht nun darin, dass andere Soldaten vielleicht zu lange zögern zu schiessen, wenn ein Terrorist auftaucht. Schließlich will man nicht im Knast und in den Medien landen.
Mit dem Englischschüler aus der Finanzwelt hatte ich ein interessantes Gespräch: Das traditionelle Milchunternehmen TNUVA wurde vor einiger Zeit von einem chinesischen Unternehmen aufgekauft. Jetzt wurde verkündet, dass die Chinesen mindestens 500 TNUVA Angestellte entlassen wollen. Mein Schüler meinte, TNUVA wurde vor dem Aufkauf von Investoren geleitet und die griffen bei dem chinesischen Angebot sofort zu. Es ging um viel Geld und das israelische Traditionsunternehmen war ihnen egal. Die Regierung griff nicht ein, denn TNUVA ist kein Unternehmen mit Sicherheitsfaktor wie die Militär – bzw. Security Industrie. Die Chinesen wollen Kosten einsparen und TNUVAs Milchproduktion sei einzigartig. Die Chinesen wollten das israelische Knowhow, was sie jetzt für sich verwenden und noch dazu weltweit verscherbeln. Pech!
Ende April ist Pessach und nach den Feiertagen will ich meine beiden Jobs besser koordinieren, denn nur noch arbeiten will ich auch nicht. Mal sehen, wo ich was und wie viel hinunterfahre bzw. umschlichte. 🙂
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