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Israel und das christliche Osterfest

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B“H
Zwar berichte ich alle Jahre wieder kurz vor den christlichen Feiertagen Weihnachten und Ostern davon, dass diese Feste im Judentum keinerlei Bestandteil haben; da jedoch immer wieder Leserfragen eintreffen, hier nochmals ein kurzer Artikel dazu:
Wie gesagt, weder Weihnachten noch Ostern werden im Judentum gefeiert und deswegen bestehen in Tel Aviv oder anderorts keinerlei Osterbräuche. Ihr werdet keine Ostereier finden und falls irgendwo Schokoladenosterhasen zum Kauf angeboten werden, dann garantiert nicht wegen Ostern, sondern halt wegen der Schokolade.
Normalerweise legen Christen ihr Ostern immer so, dass es mit dem sieben Tage andauernden jüdischen Pessach (Auszug aus Ägypten) zusammenfällt. In dieser Woche aber ist das anders, denn gemäss dem jüdischen Kalender befinden wir uns in einem Schaltjahr und dementsprechend wird ein weiterer Monat mitten im Jahr angehängt. Der ADAR BETH, in dem wir uns gerade befinden. Aufgrunddessen verschieben sich die jüdischen Feiertage und daher ist diesmal an Ostern kein Pessach, sondern Purim. Zu Purim selbst erfahrt Ihr alles auf meinem alten sowie neueren Hamantaschen – Blog(s):
http://hamantaschen.blogspot.co.il/search/label/Purim
https://hamantaschen.wordpress.com/category/purim/
Zwar handelt es sich bei Purim nicht um einen reinen jüdischen Karneval, dennoch wird sich verkleidet und kräftig gefeiert. In allen Orten außer Jerusalem wird Purim von Mittwochabend bis zum Donnerstagabend zelebriert. In Jerusalem beginnt der Feiertag erst an diesem Donnerstagabend und endet mit dem Schabbatbeginn am Freitagnachmittag.
In den letzten Tagen sah ich in der Jerusalemer Innenstadt schon einige Touristen herumlaufen. Absolut nicht die Mengen wie sonst, aber es gibt immer noch Leute, die sich nicht abschrecken lassen. Und wer denn hier Osterfeierlichkeiten sucht, der gehe ins christliche Altstadtviertel von Jerusalem. Darüber hinaus werdet Ihr kaum etwas finden. Vielleicht noch bei den christlichen Arabern in Nazareth oder in der palästinensischen Autonomie von Bethlehem. Ansonsten ist tote Osterhose und es wird Purim gefeiert. Gesoffen und gut gegessen. Am christlichen Karfreitag trauern Christen und in Jerusalem wird tüchtig Purim gefeiert. Dass die Juden nicht ausgerottet wurden und das G – tt sie beschützt.
In den Augen christlicher Ostertouristen mag das obskur wirken, aber wir sind in Israel und dort feiern Juden jüdische Feiertage. Wer in die Türkei fährt, darf auch nicht erwarten, dass alle Türken wegen der Touristen Ostern feiern.
In der christlichen Altstadt treffen sich die Ostertouristen vorwiegend in der Grabeskirche. In einem Jahr machte eine Gruppe antisemitische Anspielungen gegen Juden. Und das ziemlich laut und fanatisch. Offenbar befinden sich am Karfreitag einige christliche Touristen voll im Judenhass. Diejenigen, die sich freuen, sind die palästinensischen Händler im Bazar (Shuk). Die zocken nämlich erst einmal alle Touristen hemmungslos ab und die umliegenden arabischen Altstadthostels sind ebenso mit von der Abzockepartie. 🙂
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6 Kommentare

  1. Schalom Miriam,
    du schreibst:
    >> Normalerweise legen Christen ihr Ostern immer so, dass es mit dem sieben Tage andauernden jüdischen Pessach (Auszug aus Ägypten) zusammenfällt. <PaschaMorgenröteERA< (im Abgleich mit der jüdischer Kalenderrechnung)?
    An dieser Stelle käme nun Dyonisius Exiguus ins Spiel (um 530 n.Zr.). Doch dies würde jetzt das Thema sprengen.

    Schalom Zeev Baranowski

  2. Miriam Woelke sagt:

    B“H

    Naja, andererseits waere es schon etwas seltsam, wenn Ostern nicht mit Pessach zusammenfallen taete. Beispiel: Ostern ist im Februar oder Pessach ist im Mai.

    Uebrigens geht in diesem Jahr Pessach tatsaechlich fast bis in den Mai hinein. Zumindest bis Ende April.

  3. Schalom Miriam;
    Das christliche OSTERN konnte seit dem Jahre 325 n.Ztrg. NIE im Februar sein. Da der maßgebende Berechnungszeitpunkt der Christen frühestens nach dem 1.Vollmond, und dementsprechend NACH dem 21. März lag.
    Jedoch schrieb ich dies bereits ausführlich in meinem >Gesamt-Kommentar< letzte Woche.
    Schalom Zeev Baranowski

  4. Miriam Woelke sagt:

    B“H

    Mein „Februar“ Beispiel war als Witz zu verstehen. 🙂

  5. Oh – Entschuldigung Miriam, ich in meinem Rentenalter stehe doch manchmal auf der Leitung! 🙂

  6. Miriam Woelke sagt:

    B“H

    🙂

    Ist schon okay!
    Im Internet koennen leicht Missverstaendnisse aufkommen, denn man sieht sich ja nicht bzw. kennt sich nicht persoenlich.

    Schavua Tov!

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