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Ist Tel Aviv überbewertet?

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Die Flaute in der israelischen Tourismusindustrie hält nach wie vor an. Nicht viele Touristen verirren sich in unser Land, denn zu groß ist die Angst vor Terroranschlägen. Hotels und Hostels haben bereits Personal abgebaut und ich denke kaum, dass in diesem Jahr mehr Touristen als sonst in Israel urlauben. Andererseits, wer will noch in Deutschland urlauben, nach allem, was dort abgeht?

 

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Photo: Miriam Woelke

Tel Aviv

 

Wenn sich insbesondere junge Touristen für einen Israelurlaub interessieren, so hören sie meistens, dass Tel Aviv so toll sei. Genauso angesagt wie Berlin, London oder New York. In Tel Aviv könne sich der Urlauber so richtig auslassen, denn die Stadt sei kultig und tolerant. Alles ist erlaubt und blablabla.
Wer dann tatsächlich in Tel Aviv ankommt, ächzt erstmal los. Zumindest dann, wenn er die Preise sieht. Unterkunft, Essen und Vergnügungen. Israel ist ein teures Land und Tel Aviv steht dabei an erster Stelle. Selbst wer in den billigsten Hostels wie dem Sky oder Momo’s nächtigt, darf niemals zu dem Preis deutsche Verhältnisse erwarten. Man ist in einem Hostel und da sind schon mal die Möbel ausgeleiert oder die Zimmertüre klemmt.
Wer in Tel Aviv super günstig übernachten will, der checke ins Sky, ins Momo’s oder ins Florentin Hostel ein. Wobei Letzteres nur Leute bis zum Alter von 30 oder 35 Jahren eincheckt. Details erfahrt Ihr auf deren Website!
Und was tut Normalo Tourist in Tel Aviv? Klar, an den Strand gehen. Solange Ihr auf dem Sand hockt, ist alles umsonst, doch Liegestühle oder stinknormale Plastikstühle kosten Geld. Irgendwann kommt ein Typ auf Euch zu und kassiert ab.
Was noch? Ja, man geht Essen und Feiern.
Wo? Das kommt auf den individuellen Geschmack an. Meistens landet man eh an Touristenplätzen wie Strandpromenade, dem Rothschild Boulevard oder am Hafen.
Nicht wenige Touristen machen ihre Tel Aviv Unterkunft zu einer Art Home Base. Von dort aus fahren sie in andere Landesteile oder unternehmen einen Tagestrip nach Jerusalem. Für Jerusalem reiche ein Tag vollkommen aus. Altstadt, die religiösen Sites, das Holocaust Museum Yad Vashem und vielleicht noch ein bisschen shoppen und durch die Innenstadt laufen. Und dann schnell zum Busbahnhof und zurück nach Tel Aviv, wo man abends noch am Strand sitzen kann und den Wellen lauscht.
Allgemein gilt Jerusalem vielen Touristen als zu heavy. All die Religionen, kühleres Wetter, keine richtige Szene und einen Strand gibt es sowieso nicht. Die Stadt gilt als lahm und zurückgeblieben, es sei denn, man ist ein Religionsfreak.

 

 

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Photo: Miriam Woelke

Jerusalem: In einem haredischen (Ultra – orthodoxen) Wohnbezirk

 

Ich selbst habe lange Zeit in Tel Aviv gelebt und fand es super. Neue Leute kennenlernen, neue Lebensumstände und was mir am besten gefiel, war das Wetter. Mir machen Feuchtigkeit und Hitze wenig aus, wohingegen manch anderer darniederliegt. Die feuchte Sommerhitze von Tel Aviv macht mir weniger aus als die trockene Hitze in Jerusalem.
Generell muss ich sagen, dass beide Städte ihren ganz einzigartigen Reiz haben. Man muss nur bereit sein, sich darauf einzulassen. Jerusalemer betrachten die Menschen in Tel Aviv häufig als oberflächlich. Ich kann dies nur begrenzt bestätigen, muss allerdings zugeben, dass in Jerusalem mehr Zwischenmenschliches involviert ist. Um den Unterschied zu erfahren, sollte man längere Zeit in beiden Städten gewohnt haben.
Ob Tel Aviv den Hype verdient? Kommt drauf an, was Ihr sucht. Party, Strand und Feiern – klar, das passt zu Tel Aviv. Ob die Tel Aviver so unglaublich tolerant drauf sind? Auch hier kommt es darauf an, wen man trifft. Bei der Arbeit damals hatte ich alles eher konservative Arbeitskollegen. Und die waren teils wesentlich jünger als ich.
Ausländische Medien heben Tel Aviv stets gerne hervor, denn in Jerusalem leben halt zu viele religiöse Fanatiker. So ein Quatsch, denn auch als säkularer Jude kann man in Jerusalem sehr gut leben. Aber Tel Aviv passt da besser ins liberale Schema, wovon der Tourist am Ende gar nicht soooo furchtbar viel mitbekommt, denn der liebt ja den Strand.
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