Leben in Jerusalem

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Jerusalem: „Den Feind als Nachbarn“

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Diejenigen, welche die Geographie Jerusalems nicht genau kennen, stellen sich einen Westteil sowohl als auch einen Ostteil der Stadt vor. Und in Ostjerusalem wohnen bekanntlich die Palästinenser. Im westlichen Part hingegen wohnen Juden.
Dass Jerusalem jedoch nicht ganz so aufgeteilt ist, wissen die Leute, die noch nicht in der Stadt waren, kaum oder gar nicht. Viele von Juden bewohnte Stadtteile grenzen an palästinensische Wohngegenden, welche nicht unbedingt in Ostjerusalem liegen. Offenbar bin ich selbst das beste Beispiel, denn mein Stadtteil wird von Juden und Palästinensern bewohnt. Wobei Letztere den unteren Part des Stadtteiles bewohnen. Wir leben also nicht alle gemischt zusammen, sondern jeder hat seinen Teil.
Und wie ich bereits viele Male zuvor erwähnte, müssen die Palästinenser, um in ihren Teil von Abu Tur zu gelangen, unsere Straßen passieren. Leider ohne Checkpoint, sondern unbehellicht laufen sie überall herum. Unser gemeinsamer blauer israelischer Personalausweis gibt ihnen dazu das Recht. Nur wenn wieder einmal Randale im Stadtteil herrscht, bedeutet Steine und Molotow Cocktails auf unsere Häuser fliegen oder Autos abgefackelt werden, sind Polizei und Armee vor Ort.
Das Leben bei uns ist nicht so easy wie in andere Stadtteilen. Verlassen wir das Haus oder kommen wir von der Arbeit heim, so schauen wir zuerst die Straße auf und ab, ob nicht irgendwo ein Pulk Palästinenser herumläuft. Besonders Kinder und Jugendliche beginnen dann sofort, Juden zu beschimpfen und schlimmstenfalls zu attackieren. Ich weiß nicht, wie viele Male ich in andere Hauseingänge ging und wartete, bis eine Gruppe brüllender Palästinenser vorbeizog. Selbst der Hauseingang von Bibi Netanyahus Bruder Ido diente mir schon zu diesem Zweck. Ido Netanyahu wohnt nur ein paar Häuser entfernt von meiner Wohnung.
Eine Freundin von mir zog gerade in den nicht allzu weit entfernten Stadtteil Nof Zion. Lakonisch meinte sie, dass man sie im Ausland nun als „Siedlerin“ bezeichnen würde. Nof Zion liegt genau neben dem arabischen Stadtteil Jabal al Mukaber. Wer den Namen hört, denkt sofort an palästinensische Terroristen, denn viele von denen stammen eben aus jenem Jabal al Mukaber. Genauso befindet sich der Stadtteil Armon HaNatziv gleich gegenüber, deren Bewohner ein Lied vom arabischen Terror singen können. Molotow Cocktails und fliegende Steine tagtäglich und vor wenigen Monaten erst das Massaker in der Buslinie 78. Ein Bus, den auch ich nehme.
Palästinenser stiegen in die Linie 78 und schossen wahllos auf die Fahrgäste. Ein wahres Massaker, was im Ausland nur wenig Beachtung fand, denn dort ist man zu busy, Israel als den Schuldigen darzustellen.
Aber zurück zu Nof Zion, wo ich am Freitagmorgen kurz hinfahre, um die Freundin zu besuchen. Ich werde mit dem Auto abgeholt, denn mit dem Fahrrad kann ich dort nicht hinfahren. Man muss direkt an Jabal al Mukaber vorbei und dort wartet der Terrorismus. Also fährt man entweder mit dem Egged Kleinbus oder mit dem Auto. Laufen oder biken geht nicht.
Dafür will mir meine Freundin ihr riesiges Apartment zeigen. Mit Blick auf den Tempelberg. Vor Schabbatbeginn will ich wieder daheim sein und werde erneut gefahren. Eigentlich wollte ich wirklich mit dem Mountain Bike fahren, aber man sagte mir, dass das zu gefährlich sei. Selbst bei Tageslicht.
Nof Zion hat den Vorteil von einem Sicherheitszaun mit elektronischem Tor umgeben zu sein. Zwar fliegen ab und an auch einmal Molotow Cocktails, doch die lokale Polizeiwache von Abu Tur befindet sich nicht weit entfernt. Man sagte mir sogar, dass das Leben in Nof Zion sicherer sei als das in meiner Straße. Und über meine Straße wurde sogar vor ein paar Wochen in den israelischen TV Abendnachrichten berichtet.
Nicht alle palästinensischen Bewohner von Abu Tur sind Terroristen. Mit Einigen habe ich mich sogar schon unterhalten und wir sagen HALLO, wenn wir uns sehen. Wer sich jedoch als extrem radikal erweist, sind Jugendliche und Kindergruppen, die in unseren Part kommen, um auf dem Fussballplatz am Community Center zu bolzen. Arabische Stadtteile bieten nämlich weder Spiel – noch Fussballplätze, denn das Geld wird lieber in den Terror gegen Juden gesteckt. Das gemeinsame Community Center von Abu Tur, „Beit Nechemia“, bietet gemeinschaftliche Events und sogar Touren durch den Stadtteil. Touren an denen Juden und Palästinenser teilnehmen. Und momentan geht es gemeinsam gegen eine christliche Einrichtung, welche ein altes Gebäude in ein modernes Hotel umbauen will und dadurch den Baustil von Abu Tur zerstört. Ferner bieten Palästinser Sprachkurse in Arabisch.
Aus realistischer Sicht aber muss ich sagen, dass ich nicht weiß, wem ich von den Palästinensern trauen kann. Zuerst freundlich und dann hat man plötzlich ein Messer im Rücken.
Früher soll alles anders gewesen sein und man habe sich gegenseitig besucht und zum Essen eingeladen. Nach all dem was vorgefallen ist und noch vorfällt, sind die Juden von Abu Tur vorsichtig geworden und man sieht die Palästinenser lieber weit weg in ihrem Part.
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