Leben in Jerusalem

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Leserfrage: „Kann man ohne Geld im Kibbutz leben?“

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B“H
Jemand stellte die Frage:

Kann man im Kibbutz ohne Geld leben?

 
Meine Antwort darauf lautet:
Das kommt ganz darauf an.
Als Kibbutz Volontär muss man im Voraus schon einiges an Geld berappen, denn der Flug nach Israel, die Krankenkasse für den Kibbutz oder die Vermittlung müssen erst einmal bezahlt sein.
Ausführliche Infos dazu hier:
http://lebeninjerusalem.blogspot.co.il/2011/10/das-kibbutz-programme-center-in-tel.html
Sagen wir, jemand ist Volontär und hat all die Gebühren gezahlt. Kann er dann im Kibbutz praktisch ohne Geld leben?
Ja, kann er, denn Essen bekommt er gestellt. Die Wäsche wird auch gewaschen und Filme werden kostenlos gezeigt oder es gibt eine kleine Bücherei, wo Bücher ausgeliehen werden können.
Allerdings hat jeder Kibbutz auch einen Laden (genannt KOLBO), wo Schokolade, Getränke, Zigaretten, Lebensmittel, Eiscreme, Stifte, Klebstoff, etc. gekaufen werden. All das, was einem von der Gemeinschaftsküche nicht serviert wird. Und jeder hat mal dann und wann Appetit auf Schokolade, Chips oder ein Bier. Und das muss man sich halt selber kaufen. Entweder im Kolbo oder außerhalb des Kibbutzes. Wobei der Kolbo meistens billiger ist.
Hinzu kommt, dass man herumreisen will oder halt einmal ganz normal in die Stadt fährt. Nur im Kibbutz bleiben, nervt nach einiger Zeit. Irgendwann muss man mal raus und was anderes sehen, sonst kommt der Kibbutzkoller auf.
Geld braucht man also schon, aber innerhalb des Kibbutzes ist das Leben recht günstig. Wenn denn nicht zu viele Ansprüche bestehen.
Und was ist, wenn jemand Mitglied in einem Kibbutz werden will?
Für diesen Fall existieren Kibbutz-interne Regelungen. Reich muss dafür niemand sein, aber Gebühren werden sicherlich ebenso fällig. Je nach Kibbutz besteht für derlei Kandidaten eine Probezeit von 2-3 Jahren. Danach stimmen alle Kibbutzmitglieder ab, ob der Kandidat nun Mitglied werden darf oder nicht. Bei einer Ablehnung muss der Kandidat den Kibbutz verlassen.
Normalerweise werden Touristen nicht aufgenommen. Allein schon wegen der Visaprobleme. Aber man muss sich halt umhören und informieren.
Kibbutzmitglieder, die nur wenig eigenes Geld besitzen, stehen fast immer schlecht da. Erstens sind sie zu sehr vom Kibbutz abhängig und zweitens kommt Neid auf. Andere haben vielleicht mehr Geld und somit bessere Klamotten, ein schönes Auto, Möbel, etc. Die alte sozialistische Kibbutzideologie ist fast ausgestorben und längst ist der Kapitalismus eingezogen. 🙂
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