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Jerusalem und seine Probleme

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Photo: Miriam Woelke

 

 

Die Agrippas Street in Downtown Jerusalem am Machane Yehudah Markt
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Neben dem ständigen palästinensischen Terror plagen die Stadtverwaltung Jerusalem noch ganz andere Probleme. Das leere Stadtsäckel, zum Beispiel, denn der Bau der Straßenbahn verschlang Unsummen. Zwar erfreut sich die Straßenbahn erheblicher Beliebtheit, doch die vielen Millionen Steuergelder müssen erst einmal wieder reinkommen.
Der Wohnungsmarkt liegt darnieder und wer erschwingliche Bleiben sucht, der muss suchen wie blöd. Dass, was einigermaßen gefällt, läuft fast nur noch über Makler. Inzwischen sind wir soweit, dass selbst Kellerlöcher ohne Fenster für Tausende Schekel vermietet werden. Oft sind gerade Studenten gezwungenermaßen bereit, derlei Kellerlöcher zu bewohnen. Wer an ein Budget gebunden ist, erhält kaum mehr eine gute Wohnung, sondern muss sich halt mit dem was da ist zufriedengeben.
Ein weiteres Problem ist die angespannte Arbeitsmarktsituation. Hier hat Jerusalem gegenüber Tel Aviv, Rishon LeZion, Netanya, Herzliya, Petach Tikwah oder Hod Hasharon, definitiv einen Nachteil. Obwohl es zwei Technology Parks gibt, hinkt Jerusalem der Küste ziemlich hinterher. Nicht nur wegen fehlender Arbeitsplätze, sondern auch bei der Höhe der Gehälter. An der Küste wird wesentlich mehr verdient, dafür aber sind die Lebenshaltungskosten noch höher als in der Hauptstadt. Auf der einen Seite wird gut verdient und auf der anderen Seite geht das Geld für Miete, Rechnungen und ein paar Lebensmittel gleich wieder drauf. 🙂
Zwar propagandiert die Jerusalemer Stadtverwaltung immer wieder neu, dass in der Hauptstadt mehr Arbeitsplätze entstehen-jedoch ist die Frage: Wo bzw. in welcher Branche?
Startups gibt es auch in Jerusalem und oft werden sie von Neueinwanderern gegründet. Aus der Not heraus, sozusagen, wenn man keinen anderen Job gefunden hat. So, zum Beispiel, traf eine Freundin von mir bei ihrer Wohnungssuche auf eine Vielzahl von Maklern, die aus Russland oder Frankreich eingewandert sind. All diese Makler gaben zu, keinen anderen Job gefunden zu haben und so seien sie halt Makler geworden. Mehr oder weniger erfolgreich. Meist weniger und der Wohnungsmarkt sei heiß umkämpft. Wenn selbst Hightech Firmen an der Küste Israelis kündigen, weil sie mit 32-35 Jahren als zu alt und verbraucht gelten, kann man sich vorstellen, was erst in Jerusalem los ist. Nämlich nicht viel und man darf nicht wählerisch sein. In Geschäften wird häufig die Putzfrau eingespart und die Verkäuferinnen sind angehalten, kleinere Läden vor dem Feierabend selber zu wischen.
Ein weiteres Jerusalem Problem ist der chronische Parkplatzmangel in der Innenstadt. Gerade wurden erst wieder zwei große Parkplätze plattgemacht, denn es entstehen Neubauten. Am Gerard Behar Center sowie an der Eliash Street, wo überflüssige Luxuswohnungen in Form eines Pyramidengebäudes entstehen.
Keine Parkplätze bedeutet keine Kundschaft für die Geschäfte. Da fahren die Leute lieber in die großen Malls am Stadtrand, wo es Tiefgaragen und kostenloses Parken gibt. Wozu sich da noch in die Innenstadt quetschen und Cash in für die Parkuhr verschwenden?
Für all diese Probleme stehen keine Lösungen bereit und Bürgermeister Nir Barkat will eh hinschmeissen und in die hohe Politik der Knesset abwandern. Dabei ist Barkat noch blasser als Olmert und erinnert an einen langweiligen Buchhalter.
Kurz gesagt, der Bürger findet sich allein im Nirgendwo wieder und muss sich durchwursteln. 🙂
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