Leben in Jerusalem

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Vor Gericht

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Photo: Miriam Woelke

 

B“H
Heute Mittag musste ich zum Verkehrsgericht, um eine Zeugenaussage machen. Vor dreieinhalb Jahren gab es einen größeren EGGED Busunfall vor dem Zentralen Busbahnhof in Jerusalem. Drei Stadtbusse krachten ineinander, da ein Busfahrer seinen Bus verlassen und die Bremse nicht angezogen hatte. Der Bus rollte rückwärts die Jaffa Road hinunter und rammte mich in einen hinter mir stehenden Bus. Eine amerikanische Touristin wurde dabei zwischen zwei Bussen in der Luft eingeklemmt und leidet bis heute an den Folgen. Zwar war ich nur eine Nacht in der Notaufnahme im Krankenhaus, doch es dauerte eine ganze Weile bis ich wieder auf den Beinen stand. Ich hatte Schnittwunden und Prellungen am Rücken. Erst nach ein paar Tagen konnte ich wieder laufen.
Besagter Busfahrer wurde eingesperrt, denn es befanden sich Fahrgäste im Bus und die versuchten wie wild, den Bus zu stoppen. Ein weiterer Busfahrer wird ebenso angeklagt, denn er hielt mitten auf der Straße, um Leute ein-und aussteigen zu lassen. Aufgrunddessen wurde ich vom rückwärts rollenden Bus gerammt.
Die beiden Busfahrer, zwei Palästinenser, waren heute nicht anwesend. Dafür circa zehn Zeugen, ein palästinensischer Richter und ein jüdischer Ankläger, der sich jedoch mit der Gegenseite darauf einigte, unsere Zeugenaussagen aus dem Polizeiprotokoll als ausreichend zu befinden. In den Zeugenstand mussten wir daher nicht mehr, bekommen aber unsere Auslagen mit 180 Schekel pro Person ersetzt.
Unser Verfahren begann erst später und so sahen wir erst eine Gerichtsverhandlung mit an, in der es um eine betrunkene Autofahrerin ging, die im Suff mehrere Fahrzeuge gerammt hatte. Ganz interessant und so richtig schön israelisch chaotisch. Mit palästinensischen Zeugen und einem palästinensischen Verteidiger, demselben palästinensischen Richter und dem jüdischen Ankläger.
Beim Security Check am Eingang wurde mir mein Tränengas weggenommen und als ich das Gebäude verließ, erhielt ich es zurück. Was mir unbekannt war: Dass selbst beim Verkehrsgericht Beschuldigte in Handschellen und mit Fußketten vorgeführt werden. Was die angestellt hatten, wusste ich jedoch nicht. Beide Fesselarten kenne ich sonst nur von der Polizeiwache in der Nachbarschaft, wenn wir wieder einmal Anzeige gegen randalierende Palästinenser erstatten gehen.
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