Leben in Jerusalem

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Leserfragen aller Art: „Jerusalemer Altstadt, Auswandern nach Israel, Einkaufen, Sylvester in Israel“

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Mehrere Leserfragen haben mich gleichzeitig erreicht, wobei eine eventuelle Auswanderung nach Israel an erster Stelle steht. Dazu kann ich Euch nur sagen, dass ich bereits viele viele Male zu dem Thema berichtet habe.
Generell ist eine Einwanderung nach Israel nicht möglich, wenn die betreffende Person kein Jude sein sollte. Juden, die in der Diaspora leben, können sich an ihre jeweilige Niederlassung der Jewish Agency wenden, welche dann die Auswanderung organisisert bzw. zuerst genehmigt und einen Termin festlegt. In Israel angekommen, beginnt das Chaos mit den Behörden, welchem jeder Neueinwanderer entgegensieht. Vom Innenministerium bis hin zur Kontoeröffnung.
Nichtjuden haben es deutlich schwerer und reisen mit einem Touristenvisum ein, welches nach drei Monaten abläuft. Man kann beim Innenministerium verlängern, aber das kostet Zeit und Nerven. Irgendwann wird einem gesagt, dass man das Land zu verlassen habe. Deswegen vermieten Wohnungsinhaber weniger gern an Touristen, denn es kann sein, dass der Tourist unverzüglich das Land verlassen muss. Mit Jobs für Touristen schaut es ebenso schlecht aus, denn es muss erst eine Arbeitserlaubnis beantragt werden und das dauert. Nichtjuden, die einen Israeli heiraten, stehen bei Behördengängen fast immer ganz unten auf der Skala und sind nicht gerade selten in der Gesellschaft etwas unbeliebt. Das mag drauf ankommen, wo man sich niederläßt, aber ein bitterer Beigeschmack bleibt immer.
Zur Jerusalemer Altstadt:
Seit mehr als einem Monat war ich nicht mehr dort und viele Israelis meiden bis heute die Altstadt. Grund: Die ständigen Messerattacken von Palästinensern. Wenn ich denn gehe, nehme ich eine Abkürzung gegenüber vom Sultans Pool. So vermeide ich den Gang durch eines der Altstadttore. Derzeit würde ich noch nicht einmal durch das Jaffator laufen, obwohl gerade dieser beliebte Zugang in die Altstadt extrem gut gesichert ist.
Die Supermärkte im jüdischen Teil der Altstadt sind alle teuer. Wer etwas zum Trinken kaufen will, sollte lieber einen Liter Milch kaufen anstatt dem viel zu teuren Mineralwasser. Im christlichen und arabischen Altstadtteil ist es sicher günstiger, doch besteht dort die Gefahr, gnadenlos angemacht und abgezockt zu werden.
Zur Frage „Wie leben Ultra-orthodoxe Juden?“
Dazu habe ich vor ein paar Monaten ein ebook veröffentlicht:
http://www.amazon.de/Jerusalem-Backyard-Ultra-orthodoxen-Leben-ebook/dp/B0147NLZIQ/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1447658053&sr=8-1&keywords=miriam+woelke
Jemand sagte mir, das ebook sei für jemanden ohne jegliche Vorkenntnisse zu kompliziert, aber wo soll ich sonst beginnen. Die Thematik ist nicht leicht zu beschreiben und aufmalen will ich es ja auch nicht. Für den Preis von 2,99 Euro, denke ich mal, ist es okay.
Zum Thema „Sylvester in Israel“:
Wer Sylvester oder Weihnachten in Israel verbringt, sollte nichts Besonderes erwarten. Von Weihnachten kriegt man so gut wie gar nichts mit, denn das Judentum kennt kein Weihnachten. Sicher sieht man in Touristengegenden und dort, wo sich eine Menge philippinische Gastarbeiter und nichtjüdische Russen aufhalten, hier und da einen Weihnachtsbaum. Im Großen und Ganzen jedoch spielt Weihnachten in Israel keine Rolle und die Tage sind stinknormale Arbeitstage.
Sylvester wird von vielen Leuten gefeiert, aber nicht mit Feuerwerk. Mittlerweile erinnern mich Feuerwerkskörper eh nur noch an randalierende Palästinenser, denn in meinem Stadtteil erleben wir mehr als genug Explosionen selbstgebastelter Knaller.
Nichtsdestotrotz, Sylvesterparties gibt es und ich glaube, dass am Tel Aviver Strand sogar ein Feuerwerk steigt. Sylvestermäßig ist in Tel Aviv eh mehr Action als Jerusalem. Denkt aber daran, ein Hostelzimmer rechtzeitig zu buchen, da in der Sylvesternacht schnell alles ausgebucht ist und um am Strand zu nächtigen, ist es zu kalt.
Und, last but not least, das Wetter:
Der israelische Winter ist da und das bedeutet Regen, Temperaturen zwischen 10-16 Grad Celsius und in Jerusalem kann es bedeutend kühler werden. Hostels verfügen im Allgemeinen nicht über eine Zentralheizung. Die meisten Privatwohnungen übrigens ebenso wenig. 🙂
Was die Hostels anbieten, sind elekrische Heater, für die teilweise mehr Geld verlangt wird. Deswegen checkt in das Jerusalemer Avraham Hostel, denn dort gibt es die Heizung inklusive. Abgezockt werdet Ihr dagegen in den arabischen Altstadthostels, wo Ihr auch noch dreckige Decken kriegt.
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