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Jerusalem im Hochsommer 2015

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Viel Touristen sind nicht gerade unterwegs, aber das hatte ich ja schon in der letzten Woche berichtet. In den hiesigen Medien heisst es immer, dass ausländische Touristen offenbar immer noch Angst haben, in den Nahen Osten zu reisen, doch das sehe ich persönlich nicht als Hauptgrund für die siechende Tourismusindustrie.
Vielmehr ist Israel ein sehr teures Land und besonders Backpacker haben es schwer. Klar, es gibt noch ein paar erschwingliche Hostels, aber alle anderen Lebenshaltungskosten kosten viel Geld. Selbst für denjenigen, der sich nur von Falafel ernährt.
In Israel sind ebenfalls die Sommerferien eingezogen und Tausende Landsleute sind bereits ins Ausland gereist. London, New York oder Rom stehen ganz oben auf der israelischen Reiseagenda. Die Türkei gehört nicht mehr dazu, denn dort muss ein Israeli heutzutage um sein Leben fürchten.
Die Daheimgebliebenen geniessen, wie ich, tagtäglich die 32 Grad Celsius Hitze. Und das noch bis September oder gar in den Oktober hinein. Die Sommermonate sind selbst in Jerusalem extrem heiss und regnen tut es schon gar nicht. Erst gegen Abend, wenn es sich denn abkühlt, kommen die Leute heraus. Sei es zum Biken, Jogging oder halt Spazierengehen. Unter der prallen Sonne am Tag ist es kaum auszuhalten und ein Jeder giert nach einem Platz vor der Klimaanlage. Bei mir daheim habe ich keine, dafür aber zwei Ventilatoren. 🙂
In Israel besteht kein gesellschaftlicher Zwang, dass man im Sommer unbedingt wegfahren bzw. ins Ausland reisen muss. In Deutschland wurde ich in der Schule komisch angeschaut als ich sagte, dass wir im Schwarzwald urlaubten und nicht am Gardasee oder am Ballermann. Wer wegfahren will, der tut es halt und die große Mehrheit bleibt eh daheim. Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder in ein Sommercamp und der Normalo Israel hat eh viel weniger Urlaubstage als ein deutscher Arbeitnehmer.
Und warum sollen wir groß verreisen, wenn wir selber genügend Strände haben und tropische Temperaturen herrschen ? Sonnenstudios sind in Israel unbekannt. Kein Bedarf ! 🙂
Und was macht man halt so daheim im Sommer ?
Genau, man geht in die Parks wie hier in den Independence Park. Aber Vorsicht: Dieser Park ist nicht ungefährlich, denn es treiben sich, genau wie im Bell Park, eine Menge Palästinenser herum, welche Leute dumm anmachen. Besonders blonde ausländische Touristinnen. Des Nachts treiben sich eine Menge Homosexueller im Independence Park herum. Wer unbedingt gehen will, sollte das bei Tageslicht tun und dann auch nicht immer allein.
Sicher dagegen ist es im Sacher Park oder selbst im Gazellen Park.

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

Um alles bunter zu gestalten, beschloss die Stadtverwaltung Schirme aufzuhängen. Gleich neben der Jaffa Road, wo sich zahlreiche Cafes und Restaurants befinden. Die Schirme anzuschauen ist ganz nett, doch wer mit knappem Budget herumreist, kann sich die umliegenden Cafes sparen, denn die sind überteuert. In der Jaffa Road selbst ist es billiger und wer nur minimal Geld ausgeben will, der suche in der Straße Cofizz oder Cofix, wo es alle Produkte für 5 Schekel gibt. Der Nachteil ist natürlich, dass der Euro in Israel kaum mehr etwas wert ist und Ihr deswegen immer und überall draufzahlt.

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

Am kommenden Sonntag werdet Ihr Regierungsministerien und Stadtverwaltung weitgehend geschlossen vorfinden. Jedenfalls was Jerusalem angeht. Am Samstagabend beginnt der Tisha be’Av (9. Tag im jüdischen Monat Av) und dieser Tag ist ein Trauer – sowie Fastentag. Getrauert wird um die zwei zerstörten Jerusalemer Tempel. Einmal durch die Babylonier und Jahre danach durch die Römer.
In Jerusalem wird dieser jüdische Fastentag relativ ernst genommen. Nicht alle fasten, aber viele Leute nehmen sich einen Tag frei und arbeiten nicht.
Als Touristen betrifft Euch das weniger, denn Restaurants und Cafes haben geöffnet und Busse fahren wie gehabt. Nur kann es sein, dass öffentliche Einrichtungen in Jerusalem am Sonntag geschlossen bleiben.
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