Leben in Jerusalem

Startseite » Buecher » Der Juni in Jerusalem

Der Juni in Jerusalem

Validation content="ca3b12cf8d29815feeb7b8e18de25f4b"
20150623_192037(0)
Photo: Miriam Woelke
Kaffee & Kuchen bei Cofizz für 10 Schekel !

 

 

B“H
Grauer Himmel und es stürmt in Jerusalem. Zwar ist es mit 26 Grad Celsius verhältnismäßig warm, aber einen derartigen Sturm habe ich schon seit den Wintermonaten nicht mehr erlebt. Im Grunde genommen kann mir das ja egal sein, aber am Freitag habe ich die ganze Wohnung geputzt und wegen dem Staub, der von draußen durch die Luft wirbelt, ist alles wieder dreckig. Dadurch, dass es in Israel in den Sommermonaten nicht regnet, liegt immer dick Staub in der Luft. Ich wohne noch dazu am Stadtrand im Grünen und hier ist es noch staubiger als in der Innenstadt.
In Jerusalem besitzt jeder Stadtteil seinen eigenen Charakter und dort, wo ich wohne, ist es bislang ausgesprochen langweilig. Wenn man einmal von der regelmäßigen Palästinenserrandale absieht. Bei uns leben viele Familien und Singles des teilweise gehobenen Mittelstand. Dazu der Bruder von Bibi Netanyahu, der irgendwas Doktor in Physik ist oder so.
Die große Action außerhalb der Palästinenserrandale soll nun mit einem neuen Kinokomplex namens „Yes Planet“ einziehen. Shopping und mit mehreren Restaurants, Cafes und einer Bar Namens „Bar 55“. Die Zahl 55 steht für die Anzahl der Biersorten, die dort verkauft werden. Wenigstens einmal etwas Neues und nicht immer nur Schwarma, Falafel und Pizza.
Nebendran im Stadtteil Baka läuft auch nicht gerade viel und wer will, der kann ja in die nahegelegene Emek Refa’im Street laufen. Dort sind Cafes und Restaurants. Das ist dann aber auch fast alles. Da die Straße sozusagen ein IN – TREFF ist, sind auch die Preise dementsprechend hoch angesetzt.
Einen kleinen Lichtblick gibt es nun aber doch “in the hood” und der ist sogar umsonst ! Eine frisch eingerichtete READING STATION in der Masaryk Street gleich an der Emek Refa’im gelegen. Dort, wo die Masaryk an die ehemalige Bahntrasse und jetztige Jogger und Biker Meile grenzt.
Zuerst dachte ich, eine neue Bushaltestelle werde eingerichtet und ich fragte mich schon, warum zum Teufel ausgerechnet hier ein Bus anhalten solle. Letzte Woche aber kam es anders als gedacht, denn die „Bushaltestellen“ wurden zu einer kostenlosen „Reading Station“. Jeder kann seine Bücher, die er daheim nicht mehr braucht, in die aufgestellten Regale stellen und, wenn er denn will, andere Bücher mitnehmen. Oder auch nur mitnehmen und dann wiederbringen. Genaue Regeln habe ich noch nicht gesichtet und am Freitag habe ich einfach einmal ein paar alte Bücher ausgemistet und zur Station geschleppt. Wobei ich nicht unbedingt Bücher in super Zustand hinbringen will, denn ich habe den Verdacht, dass manch einer die nimmt und in einem Antiquariat verscherbelt. Ansonsten würde ich noch viel mehr Bücher ausmisten. Sogar einen deutschen Krimi von Sebastian Fitzek. Ein totaler Fehleinkauf von der internationalen Buchmesse vor zwei Jahren. Ich kann mich heute noch über das rausgeschmissene Geld ärgern, aber das kommt davon, wenn man auf deutsche Book Blogger hört. 🙂

 

20150625_183506
Photo: Miriam Woelke

 

 

20150626_095938
Photo: Miriam Woelke

 

Sommerzeit und Hochsaison in der israelischen Tourismusbranche, doch unser Lokalblatt YEDIOT YERUSHALAYIM verkündet, dass das Nobelhotel Metzudat David an der Altstadtmauer zahlreiche Angestellte entläßt. Und das, wohlgemerkt, in der Hochsaison. Seit dem letzten Gazakrieg vor einem Jahr schwächelt der Tourismus und die Krise hat sich noch nicht gelegt. Wenn ich mir die Auslastung vieler Hostels in Tel Aviv anschaue, finden sich immer freie Zimmer bzw. Dormbetten. Zuvor waren Juni, Juli und August stets restlos ausgebucht. Noch nicht mal ein Bett im Dormitory war zu haben und ich sah junge Touristen deswegen am Strand pennen. Einfach, weil alle billigen Übernachtungsmöglichkeiten ausgebucht waren. Im vergangenen Sommer dann war alles leergefegt. Keiner kam nach Israel und selbst in diesem Jahr jammert die Branche.
Oft denke ich mir, dass die Touristen vielleicht nicht nur wegen eventueller Terrorgefahr ausbleiben. Davon bekommen die in der Regel gar nichts mit. Der wahre Grund liegt vielleicht darin, dass Israel ein sehr teures Land ist. Innerhalb der letzten paar Jahre sind die Hostel Dormitory Preise in Tel Aviv fast überall auf mehr als 100 Schekel pro Nacht geklettert. Das Sky und Momo’s sind mit 90 und 95 Schekel noch die große Ausnahme, doch ansonsten gibt der Tourist allein für Übernachtungen eine Menge Geld aus.
Darüber muss der Besucher höhere Ausgaben für Lebensmittel einplanen, denn nur von Falafel allein läßt sich zwar leben, aber ohne Geld ist auch Mist. Da kommt einem ein Spanien – oder Italienurlaub wesentlich günstiger. Noch dazu, wo der Euro außerhalb Europas eh nicht mehr viel wert ist.
Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: