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Jerusalem wird zubetoniert

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Photo: Miriam Woelke
In der Jerusalemer Malcha Mall mit Blick aus dem Fenster auf den halb bankrotten Technology Park (Hochhaus links im Bild)

 

B“H
Immer mehr Shopping Malls und Cafes werden mitten ins Grüne gebaut. Hauptsache Profit und die Natur hat sich nach den Plänen des Stadtrates zu richten. Der neueste Plan ist, ein ganzes Shopping Areal am Naturpfad, nahe des Alten Bahnhofes, zu bauen. Dabei benutzen die Jerusalemer diesen Pfad der Natur wegen und nicht, weil es sie in ein teures Cafe bzw. in einen Luxusladen drängt. Aber nein, der Stadtrat entdeckte eine unbebaute Fläche an der Derech Beit Lechem und schon sollen Cafes und Shops entstehen. Dabei liegt die belebte Emek Refa’im mit ihren Cafes und Restaurants nur einen Katzensprung entfernt.
Was in Jerusalem besonders in Mode kommt: Städtische Sozialwohnungen loszuwerden, abzureissen oder ggf. in Luxuswohnungen umzufunktionieren. Die sozial schwachen Mieter müssen raus, damit die Gebäude abgerissen werden und ein Investor ein mehrstöckiges Haus mit lukrativen Wohnungen baut. Oder, wie an der Herzog / Kreuzung Golomb wird ein heruntergekommenes Gebäude voller Sozialwohnungen renoviert und in privates Eigentum transformiert. Dabei handelt es sich gerade bei diesen Gebäudekomplexen um das Zuhause vieler sozial Schwacher.
Ein weiteres Projekt dieser Art steht im benachbarten San Simon an, wo zwei Gebäude komplett abgerissen werden sollen. Ein privater Investor will hier Luxuswohnungen hochziehen. Dabei besteht im Jerusalem akute Wohnungsnot und erschwingliche Bleiben sind gerade in der Sommerzeit nicht zu haben. Wohin also mit all den Mieter der beiden Häuser, die sich da momentan weigern, überhaupt auszuziehen ?
In den Sommermonaten Juni, Juli, August laufen die meisten Mietverträge aus und Tausende Israelis sind auf Wohnungssuche oder verlängern ihren Mietvertrag um ein weiteres Jahr, so wie ich das tue. In Jerusalem kommt hinzu, dass Erstsemesterstudenten bezahlbare Wohungen oder eine WG suchen. Zwar gibt es auf diversen Website viele Angebote, aber das bedeutet nicht, dass man auch den Zuschlag erhält. Mittlerweile wird jedes frei Loch teuer vermietet. Die laufenden Kosten für einen Normalverdiener sind nicht ohne. Ganz zu schweigen, wenn noch Kinder im Haushalt sind. Dann kommen Kindergarten oder – Schulgeld hinzu.
Von der Stadt in die Vororte zu ziehen, zahlt sich nicht unbedingt aus. Wer auf den Bus angewiesen ist, hat teilweise schlechte Verbindungen und selbst mit eigenem PKW hängt man im Stau fest. Wobei ich froh bin, kein eigenes Auto zu haben, denn allein das Benzingeld reisst einen ganz schön runter. Da bleibe ich lieber bei Bus und Mountain Bike. 🙂
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3 Kommentare

  1. israuor sagt:

    ich find das alles so zum kotzen.. hast du mal gesehen was die mit dem „White Valley“ in kiryat menachem / Moshav Ora (Rechev lavan oder wie das heisst) veranstalten? https://twitter.com/israuor/status/452064449546170368/photo/1

  2. israuor sagt:

    ahh.. natuerlich hast du .. du hast auf den tweet ja auch geantwortet 😉

  3. Miriam Woelke sagt:

    B“H

    Bald ist das letzte Fleckchen gruen zubetoniert. Und jetzt der aktuelle Plan, Shops und Cafe an der Derech Beit Lechem. An der Ecke, wo der Saftladen ist. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn der macht schon kein Geschaeft. Dort wo der Biker – und Joggerpfad nach Malcha hinunterlaeuft.

    Da fahren doch nur Autos und wer auf dem Pfad joggt, biked oder spazierengeht, der will alles, nur keine weiteren Luxury Fashion Stores mit teurem Cafe. Dass, was in der Ecke bzw. der Emek Refa’im fehlt, sind Cofix oder Cofizz. 🙂

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