Leben in Jerusalem

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Zähne abschleifen, Zähne ziehen, Brücken, Provisorium – Tut das weh ?

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Am gestrigen Morgen hatte ich einen längeren Zahnarzttermin. Ich wusste, dass es nicht gerade einfach werden würde und machte mir fast vor Angst in die Hose. Mein Zahnarzt ist vielleicht nicht ganz billig, aber super und ich würde ihn auf gar keinen Fall gegen die vielleicht billigere Kupat Cholim Kassenärzte eintauschen.
In Israel kostet ein Zahnarztbesuch immer Geld. Kreditkarte wird akzeptiert und Ratenzahlungen ebenso. Dafür sind private Zahnärzte auf dem höchsten technischen Stand. Wie es bei den bei der Krankenkasse arbeitenden Zahnärzten ausschaut, kann ich nicht sagen, da ich immer privat gehe.
Mein Zahnarzt ist gebürtiger Amerikaner, studierte Zahnmedizin in den Staaten und hält heute Vorlesungen am Hadassah Krankenhaus. Er ist äußerst beliebt und professionell und weiss mit den Ängste der Patienten umzugehen. Wer einen Termin braucht, bekommt ihn ziemlich schnell. Ich hörte, dass man bei der Krankenkasse länger warten müsse und einen Arzt zugeteilt bekommt. Ob man den nun mag oder nicht.
Nach zwei Zahnfleischbehandlungen sollten mir gestern zwei Zähne gezogen werden und jeweils zwei danebenstehende Zähne wurde abgeschliffen. Ich sollte ein Provisorium erhalten und in drei Wochen folgt die Brücke.
Warum erst so spät ? Damit das Zahnfleisch gut verheilt.
Ich surfte in den letzten Wochen durch viele deutsche und amerikanische Patientenforen, wo jeder seine Angst ausschütten konnte. Ich las lediglich mit, aber je mehr man liest und auf Youtube herumgurkt, desto mehr steigt die Angst vor dem Ungewissen.
Mein Zahnarzt gab mir kurz vor der Behandlung eine kleine Pille. Ich glaube, es war Valium, was mich davor bewahren wollte, total auszuflippen und aus dem Fenster zu springen. 🙂
Kurz gesagt, die Pille half nur wenig, aber ich hing dann doch nicht aus dem Fenster.
Ich denke, dass es wichtig ist, den richtigen Zahnarzt zu haben. Und so erhielt ich erst einmal mehrere Spritzen in das Zahnfleisch. Zusammen mit einer Creme. Der Zahnarzt meinte, er spritze die Injektionen zu verschiedenen Zeitpunkten und viele Zahnärzte begehen den Fehler, alle Spritzen auf einmal ins Zahnfleisch zu knallen. Bei solch einer Behandlungen sind einige der Spritzen sehr schmerzhaft und wer alles auf einmal bekommt, geht an die Decke. Falls Ihr betroffen seid, achtet vielleicht darauf, wann der Zahnarzt Euch was spritzt und redet mit ihm vorher.
Zuerst wurde abgeschliffen, was mir um die gesunden Zähne total leidtut. Aber offenbar gab es keinen anderen Ausweg und ein Implantat hätte vielleicht nicht gehalten.
Das Einzige, was ich vom Abschleifen mitbekam, waren die Vibrationen. Weh tat das nicht. Zwischendurch wurden immer wieder Abdrücke von den Zähnen gemacht. Mein Zahnarzt ist ein Perfektionist und es dauerte, ehe er die abgeschliffenen Zähne milimetergenau zurechtforme. Er machte mich geradezu wahnsinnig, mit „hier noch ein bisschen und da“. Was er damit letztendlich bezweckte war mir nicht mitzuteilen, wann die beiden Zähne gezogen werden. Auf einmal meinte er, die wären schon raus, was ich kaum mitbekommen hatte.
Dann wurde massig desinfiziert und das Provisorium vorbereitet. Das Ergebnis ist, dass es besser ausschaut, doch diese Knete oder was auch immer beim Provisorium nerven meine Zunge und ich denke immer, ich spreche jetzt wie besoffen. Der Zahnarzt meinte, die Zunge gewöhne sich nach ein paar Tagen daran und die richtige Brücke wäre ganz anders. Hier aber gehe es darum, dass die Wunden gut verheilen.
Ob man sieht, dass es sich um ein Provisorium handelt ? Meiner Meinung nach ja, aber das, weil ich weiss, dass es eins ist. Beim genauen hinsehen sieht man es bestimmt, aber wer macht das schon ? Man sieht es, weil dass Zahnfleisch erst abheilen muss. In ein paar Tagen ist das vielleicht schon ganz anders.
Ich dachte, dass ich nach der Behandlung im Wartezimmer erstmal auf die Ledercouch falle, aber mir ging es supergut. Ich ging gleich nach Hause und unterwegs noch in die Apotheke, um Schmerzmittel zu kaufen. Gegen Ende der Behandlung taten die Wunden der gezogenen Zähne weh und ich bekam drei Advil (Schmerztabletten). Das half und bis zum jetzigen Zeitpunkt verspüre ich fast gar nichts mehr.
Niemand sollte Angst vor dem Provisorium haben. Dass man das sieht oder dass es nicht sitzt. Unsere meisten Mitmenschen glotzen einem nicht gerade direkt aufs Zahnfleisch. 🙂
Nachher durfte ich 3 – 4 Stunden nichts essen und wenn, dann nur Weiches oder Flüssiges. Das Zahnfleisch blutete noch eine ganze Weile und ich kaufte mir ein Eis, was die Blutung stoppte. Ben & Jerries besitzt also heilende Wirkungen. 🙂 Mit dem Provisorium beissen traue ich mich noch nicht. Trinken ist etwas unangenehm , aber das funktioniert schon recht gut.
Ende Juni erhalte ich die Brücke und danach muss ich habe ich noch zwei weitere Termin. Die Assistentin hörte ich gestern zum Zahnarzt etwas von „Wurzelbehandlung“ sagen. Ahhhh, Root Canal ? Der Horror aller Zahnarztpatienten und falls mich das betrifft, tut er wirklich gut daran, mich das nicht vorher wissen zu lassen, sonst hopse ich tatsächlich noch aus dem Fenster.
An all jene, die sich um Zähneziehen, Provisorien, Brücken, Schmerzen oder Spritzen sorgen – Das Wichtigste ist, dass Ihr einen guten professionellen Zahnarzt findet, der weiss, was er tut. Wenn Ihr den habt, sind die Behandlungen selbst nicht so wild und Ihr geht aufrecht aus der Praxis !
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