Leben in Jerusalem

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Jerusalem macht sich

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Photo: Miriam Woelke
In der Ben Yehudah Street
B“H
Ist Jerusalem langweilig ? Relativ viele Bewohner ziehen fort aus der Stadt. Laut einer Statistik allein 7400 Einwohner im vergangenen Jahr. Man zieht entweder in kleinere Orte nicht allzu weit entfernt oder gleich ganz an die Küste.
Kleinere nahegelegene Orte wie Beit Shemesh, Givat Ze’ev oder Modi’in versprechen niedrigere Mieten. Allerdings ist die Nachfrage hoch und selbst in diesen Orten zogen die Mieten aufgrund der Nachfrage kräftig an.
Netanyahu brachte seine Koalition zusammen und der frischgebackene Finanzminister Moshe Kachalon legte flugs einen Gesetzesentwurf vor: Vermietern wird es vermutlich gesetzlich untersagt werden, Mieten allzu drastisch zu erhöhen. Ferner dürfen dann die Mieten nur alle drei oder fünf Jahre in normaler Form erhöht werden. Hoffentlich schafft es dieser Gesetzesentwurf durch die Knesset !
Doch nicht nur die extrem hohen Mieten machen den Jerusalemer sowie allen anderen Israelis zu schaffen: Allgemein gilt Jerusalem als langweilig und ohne jede Action. Zu sehr herrsche die jüdische Orthodoxie und am Schabbat sei alles geschlossen und ohne Fun. Wobei es darauf ankommt, was jeder Einzelne unter FUN versteht.
Zuviel schielen säkulere Juden auf Tel Aviv und ziehen um. Die Jerusalemer Stadtverwaltung läßt dagegen verlauten, dass in letzter Zeit immer mehr jüdische Israelis gerade in die Hauptstadt ziehen und Jerusalem fast 830,000 Einwohner zählt. Dazu ist die Anzahl der kulturellen Veranstaltungen drastisch angestiegen und Langeweile kommt kaum mehr auf. Freiluftkonzerte im Sacher Park, Events für Teenager oder das am 3. Juni beginnenden Light Festival in der Jerusalemer Altstadt.
Dank COFIX, COFIZZ und wie all die neuen billigen Kaffeehausketten heissen, jeder Bewohner kann sich jetzt eine Tasse Kaffee leisten und niemand muss mehr in einem teuren Cafe hocken. Erst jetzt wieder eröffnete eine neue Billigfiliale neben dem Melech HaFalafel in der King George / Ecke Agrippas. Teure Ketten wie das ehemals beliebte Hillel Cafe müssen schliessen, da die Kundschaft ausbleibt. Die allererste Hillel Filiale in der Hillel Street ist bereits dicht. Dabei wurde gerade diese Filiale zum Symbol des Hillel Imperiums.
Bürgermeister Nir Barkat will Jerusalem immer moderner machen und man kann darüber streiten, ob das alles nur Vorteile mit sich bringt. Definitiv nicht und viel zu schnell zeigt sich der Stadtrat von diversen Plänen zu sehr fasziniert als dass erst einmal nachgedacht wird. Beispiel: Ein Innenhof zugänglich von der Jaffa Road. Ein Wohngebiet und jetzt kaufte ein reicher französischer Investor den Platz inmitten des Wohngebietes und baut alles um. Nicht die Wohnungen, sondern den öffentlichen Platz in der Mitte. „Kikar HaMusika – Musikplatz“ heisst die Anlage und 24 Stunden lang sollen Musikkonzerte dröhnen. Die Anwohner zogen vor Gericht, doch der Investor läßt sich partout nicht abwimmeln. Mittlerweile einigte man sich darauf, dass Konzerte nur beschränkt bzw. nur bis zu einer gewissen Uhrzeit stattfinden und nicht 24 Stunden lang randaliert wird.
Ganz in meiner Nähe wird im kommenden Monat ein neues Kinocenter eingeweiht. PLANET oder so soll es heissen. Seit mehr als drei Jahren wird gebaut und die direkte Anwohnerschaft zog vor Gericht, denn der Komplex wird am Schabbat geöffnet haben. Die Anwohnerschaft besteht zumeist aus säkuleren Juden und selbst die wollen am Schabbat ihre Ruhe haben und keinem besoffenen Nonstop – Gebrüll ausgesetzt sein. Abu Tur ist eine teurere Wohngegend und durch den Kinokomplex sieht man sich dunkler Gestalten im Bezirk ausgesetzt. Die Ruhe sei dahin und dann erst das Gegröhle und chronische Parkplatzproblem.
Von mir aus kann das Planet stehen oder nicht. Was ich aber stark hoffe ist, dass nicht nur arabische Gangs aus dem unteren Teil von Abu Tur dort abhängen und jüdische Besucher beschimpfen. Das nämlich ist eines der Probleme in unserem Stadtteil: Palästinenensische Randale und als Jude beschimpft zu werden.
Wir werden sehen, wie sich die Stadt weiterentwickelt. Hoffentlich mehr zum Vorteil als andersherum.
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