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Diese Woche: „Trauer und Freude in Israel“

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Photo: Israel Hayom
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Eine schwere und zugleich fröhliche Woche steht uns bevor. Israelische Medien sind voll von Stories gefallener Soldaten. Die Geschichte läßt niemanden los, denn hierzulande ist alles Gegenwart und nicht so einfach abgelegt und Schwamm drüber. Es betrifft uns, mehr oder weniger, alle und Kriegs – sowie Terrorgefahr verfolgen uns tagtäglich. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Israelis deprimiert dahindümpeln. Ganz gewiss nicht. Nur ist man halt vorsichtiger.
Nach wie vor füllen Bücher zu militärischen Aktionen der Vergangenheit die Regale in den Buchhandlungen. Auch ich kaufte diesbezüglich reichlich ein und will dieser Tage ein sehr lesenswertes Buch empfehlen. Vorab vielleicht schon einmal ein kleiner Hinweis darauf: Wer sich für israelische Politik und Geschichte vor der Staatsgründung bis zur Legislaturperiode von Premierminister Menachem Begin interessiert, kommt HIER absolut auf seine Kosten !
Selten habe ich ein so gute Beschreibung der historischen Verhältnisse gelesen. Keine trockene Blabla – Lektüre, bei der man einschläft, sondern direkt aus dem Leben beschrieben. Zwar kostet das 700 Seiten lange Werk in Israel 129 Schekel, aber die Investition lohnt sich.
Morgen (Dienstag) Abend beginnt in Israel offiziell der YOM HA’ZIKARON. Der Tag, an dem das Land seiner gefallenen Soldaten und Terroropfer gedenkt. Ein depressiver Tag voller Lethargie. Der Yom Hashoah am vergangenen Donnerstag war bereits traurig genug, doch der Yom Ha’Zikaron ruft noch mehr Emotionen hervor. Wie ich bereits sagte, betrifft es fast jede israelische Familie, die da jemanden verloren hat.
Und wie ich vor ein paar Tagen schon schrieb, morgen Abend wird der Yom Ha’zikaron offiziell mit einem landesweiten Sirenenton um 20.00 Uhr eingeleitet. In jedem Ort des Landes finden wir Gedenkstätten für gefallene Soldaten und dort versammeln sich die Bewohner zum Gedenken. Die größten zwei Veranstaltungen finden wir 1. morgen Abend an der Klagemauer (Kotel) und 2. am Mittwoch um 11.00 Uhr auf dem Friedhof des Jerusalemer Herzlberges (Har Herzl).
Mittwochabend um 20.00 Uhr beginnen dann die offiziellen Feiern zum 67. Unabhängigkeitstag des Landes. Direkt von der Trauer in die Freude. Genauso wie wir es in der jüdischen Geschichte erleben. Fatale tödliche Zeiten und dann auf einmal kam wieder eine bessere Phase für die Juden und es gab einmal keine Pogrome.
Das Wetter macht am Unabhängigkeitstag nicht mit, denn die Prognose lautet „kühl und regnerisch“. Obwohl es zu Wochenbeginn sehr warm wird, der Sommer ist immer noch nicht eingetrudelt. Dennoch beginnt momentan meine liebste Zeit des Jahres. Alles ist grün und blüht. Ein richtig frisches saftiges Grün und nicht das verblasste Grün des Hochsommers.
Ein Leser fragte nach, was denn jetzt eigentlich mit Netanyahus neuer Regierung sei. Ob es die schon gibt ? Die Antwort darauf lautet: Nein, gibt es noch nicht und bis auf Weiteres finden Koalitionsverhandlungen statt. Netanyahu beschwert sich, dass kleine Parteien mit wenig Sitzen überzogene Bedingungen auf Ministerposten stellen. Am Ende wird es eine Regierung geben, aber ob das alles lange hält, ist fraglich. Bei den Linken wäre das auch nicht besser, denn in Israel kommen nun einmal keine Mehrheiten zustande und ALLE Politiker pokern in die eigene Tasche.
Was bedeutet diese Woche für Israeltouristen ?
Morgen Abend schliessen Geschäfte, Kinos, Restaurants, Cafes, etc. um 18.00 Uhr. Für palästinensische Gebiete gilt dies nicht !
Ebenso morgen Abend um 20.00 Uhr ertönt ein landesweiter Sirenenton, bei dem man normalerweise stehenbleibt. Wer sich zur der Zeit in einem Bus befindet: Der Bus hält an und die Fahrgäste samt Fahrer erheben sich zum Gedenken. Am Donnerstagmorgen sind Shops, Cafes, etc. wieder geöffnet und der Alltag geht seinen normalen Gang. Um 11.00 Uhr ertönt abermals ein landesweiter Sirenenton.
Am Donnerstagabend um 20.00 Uhr beginnen die Feiern zur Unabhängigkeit. Meistens mit Party, Gröhlen und Saufen. Leider ! In Tel Aviv wird es die ganze Nacht über laut und überall findet man Parties auf Dächern und Balkons. Ob das in diesem Jahr auch so wird, weiss ich nicht, denn das Wetter spielt nicht so richtig mit. Zumindest nicht am Donnerstag.
Am Dienstagabend um 21.00 Uhr findet ein Liederabend auf dem Kikar Safra vor dem Jerusalem Rathaus statt. Gedenken mit Bürgermeister Nir Barkat.
Geht einmal davon aus, dass am Donnerstag die meisten Geschäfte dicht sind. Es ist besser, sich vorher mit Lebensmitteln einzudecken, denn der Unabhängigkeitstag selbst ist Israels nationaler Grilltag. Alles macht Barbecue im Freien und es gibt kaum ein Stück Gras, wo kein Grill rotiert. Das ganze Land riecht nach Grillfleisch.
Wen es nicht unbedingt in die Parks zieht, der kann, unter anderem in Jerusalem, kostenlos das Israel Museum besuchen. Ab 10.00 Uhr geöffnet, glaube ich. Einerseits lohnt sich der Besuch, denn an anderen Tagen im Jahr beträgt der Eintritt mindestens 10 Euro. Andererseits ist das Museum gerade an diesem einen kostenlosen Tag im Jahr schon morgens gerammelt voll.
Ferner umsonst zu besuchen: Das Bible Land Museum gegenüber vom Israel Museum sowie der Tower of King David am Jaffator. Macht Euch allerdings darauf gefasst, dass ein Menge Leute da sein werden, denn es ist alles kostenlos. 🙂
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