Leben in Jerusalem

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Am Ende stimmte ich für LIKUD

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Photo: Miriam Woelke
„Geht wählen !“ – So die heutige Schlagzeile der größten israelischen Tageszeitung „Israel Hayom“
B“H
Bis 22.00 Uhr sind die Wahllokale noch geöffnet. Außer, dass ich heute früh wählen war, habe ich mich noch nicht weiter mit dem Thema beschäftigt. Wozu auch ? Ergebisse werden erst nach 22.00 Uhr bekannt gegeben. Zwar scheinen deutsche Medien alles im Voraus zu wissen. Jedenfalls sabbeln sie Euch ganz schön mit Unwahrheiten voll. Wer die Wahlen und israelische Politik verstehen will, der muss im Land leben, die Sprache sprechen und die Mentalität kennen. Ohne dem geht gar nichts oder man steht immer unwissend daneben, weil  automatisch alles mit deutschen Verhältnissen verglichen wird. Aber Israel tickt anders.
Ursprünglich wollte ich die haredisch (ultra – orthodoxe) Partei Yahadut HaTorah wählen. Kam dann aber davon ab, da die Partei im Falle eines Wahlsieges der Linken unter Zipi Livni / Yitzchak Herzog bereit ist, mit eben jenen Linken zu koalieren.

 

 

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Photo: Miriam Woelke
 In meiner Wahlkabine

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

 

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Photo: Miriam Woelke
 Bild oben: Likud – Stimmzettel

 

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Photo: Miriam Woelke
 Oberes Bild: LIKUD unter dem Vorsitz von Netanyahu

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 Eli Yishai / Baruch Marzel: Die Yachad – Partei

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Danach schwengte ich auf Eli Yishai und Baruch Marzels Yachad – Partei um. Sie können das Zünglein an der Waage sein und eine Koalition mitentscheiden. Auf dem Weg ins Wahllokal kam ich nochmals in Grübeln, denn ich will nicht, dass die Linke siegt und eventuell Achmad Tibi noch ins Verteidigungsministerium einzieht. Herzog kündigte einen Einzug des Palästinenser Tibi, der nach der Vernichtung Israels schreit und offen mit der Hamas liebäugelt, ins Sicherheitsgremium an. In dem Fall wären Hamas und Hizbollah bestens über die israelische Armee informiert. Ich will nicht, dass die Linke siegt, denn dann geht es mit unserem Land erst recht den Bach hinunter. Dann können wir wirklich bald Kofferpacken gehen.

 

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Photo: Miriam Woelke
 Wahlplakate

 

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Photo: Miriam Woelke

 

 

 

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Photo: Miriam Woelke

 

Am Ende entschied ich mich, dem Likud meine Stimme zu geben. Nicht, weil ich Netanyahu mag. Ganz bestimmt nicht, denn er lügt und am Ende knickt er doch wieder vor Obama und der EU ein. Das kennen wir bereits zur Genüge. Andererseits will ich keine Zipi Livni, die bereitwillig das Land an die Palästinenser verteilt und uns weiterem Terror und Raketen aus Ramallah und Ost – Jerusalem aussetzt. In Jerusalem sind wir uns der Lage bewusst, Zipi in Tel Aiv kann gut reden und ignorieren. In ihre Fenster fliegen ja keine Molotow – Cocktails.
Von Bekannten hörte ich, dass ich wahrlich kein Einzelfall bin und viele Leute, die Yishai oder Bennett (Bayit Yehudi) wählen wollten, letztendlich dem Likud ihre Stimme gaben, um Herzog / Livni mit der Arbeiterpartei zu verhindern. Mal sehen, ob das gelingt.
Allerdings mache ich mich nicht verrückt und bislang geht heute in Jerusalem alles gelassen zu. Das Wetter war einigermaßen sonnig und die Leute sitzen in Cafes und Restaurants oder fahren Rad. Ein ganz normaler Ferientag halt.
Selbst wenn Bibi Netanyahu weniger Stimmer erhalten sollte, so kann er immer noch Premier werden, wenn er eine größere Koalition stellt als Yitzchak Herzog. Wenn Kachalon und Bennett mit Netanyahu koalieren, zum Beispiel. Wer weiss … vielleicht gibt es am Ende eine große Koalition mit Netanyahu und Herzog. Dann bin ich natürlich angeschmiert.
Ich gebe Euch allen einen Rat: Glaubt nicht alles, was Euch die Medien vorblubbern. Nicht in Deutschland und nicht in Israel. Wahlergebnisse in Israel enden meistens im Koalitionschaos, da niemand eine Mehrheit bekommt. Und mittlerweile überdauern Regierungen kaum mehr zwei Jahre anstatt der üblichen Legislaturperiode von vier Jahren.
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