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Israels Printmedien im freien Fall

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Israelis lieben es billig oder am besten gleich ganz umsonst. Allmorgentlich finden wir überall im Land verstreut unendlich viele Leute an belebten Straßen stehen, welche die Zeitung ISRAEL HAYOM umsonst verteilen. Allein dadurch mutierte Israel Hayom zur größten Zeitung des Landes und stiess die langjährige Nummer Eins, Yediot Acharonot, vom Thron. Von der Maariv ganz zu schweigen, die eh seit Jahren an der Insolvenz vorbeilechzt.
Yediot sowie Haaretz gelten im Land als linksgerichtete Organe. Haaretz sogar als absoluter Linksaußen. Gekauft wird sie zumeist von einer Stammleserschaft, doch die breite Masse liest Israel Hayom.
Yediot Acharonot musste irgendwie nachziehen, um die Konkurrenz Israel Hayom einzuholen und seit langer Zeit schon werden Teile der Yediot ebenfalls umsonst verteilt. Zumindest der Haupt – sowie der Sportteil, aber ohne Wirtschaftsnachrichten und diversen längeren Artikeln zum Alltagsleben.
Linksgerichtete Knessetpolitiker fühlten sich durch das Netanyahu – nahe Blatt Israel Hayom zurückgesetzt und wollten das kostenlose Blatt per Gesetz verbieten lassen. Daraufhin begann ein Kleinkrieg zwischen Israel Hayom, Yediot und linken Knessetabgeordneten. Am Ende wurde Israel Hayom untersagt, doch die kostenlose Zeitung läuft munter weiter.
Es ist bekannt, dass Israel Hayom absolut Netanyahu treu agiert, doch das stört weiter niemanden. Wer nicht will, der liest halt etwas anderes und wenn Yediot Acharonot Geld kostet, selber schuld ! Israels anerkannte Journalistenriege schreibt schon jahrelang bei Israel Hayom, denn die Zeitung wird noch gelesen. Auch online und in englischer Ausgabe. Yediot Acharonot ist vielen Lesern zu links und das ewige „man muss doch Mitleid mit den Palästinensern haben“ hat die Leserschaft satt. Ferner sieht sich die Bevölkerung der Pressefreiheit beraubt, wenn linke Politiker nur noch linksgerichtete Medien zulassen wollen. Was würde man wohl in Deutschland sagen, wenn alle nur noch Spiegel oder die taz lesen müssen und Bild oder Bayernkurier gesetzlich verboten werden ?
Seit dem Erscheinen von Israel Hayom fährt Yediot Acharonot Umsatzeinbußen ein. Nicht unbedingt aus ideologischen Gründen, sondern weil Israel Hayom überall kostenlos verteilt wird. Vor dem Jerusalemer Busbahnhof werden mittlerweile Israel Hayom, Teile der Yediot sowie eine hebräische Ausgabe der Jerusalem Post kostenlos ausgegeben. Am meisten drängeln sich Passanten um den Israel Hayom Verteiler. Sowas nennt man freie Marktwirtschaft. Der Leser entscheidet letztendlich, was er lesen will und Israel Hayom ist an sich keine schlechte Zeitung. Aber leider ohne all den Klatsch um Sarah Netanyahu. 🙂
Dass Yediot jetzt Mitarbeiter entläßt, ist nicht die Schuld der Konkurrenz, sondern eine weltweite Erscheinung im Printmedienbereich. Das Klientel liest online, denn um morgens eine Zeitung durchzublättern, fehlt es einfach an Zeit. Vor allem bei der ewig dicken Haaretz, die da eigentlich in Gaza oder Ramallah erscheinen sollte.
Auf kurz oder lang wird die Maariv ganz schliessen. Man sieht sie eigentlich kaum mehr. Yediot wird lediglich aus Ynet bestehen und wer sich weiter etabliert ist Israel Hayom. Dank der kostenlose Ausgabe an die Kundschaft.
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