Leben in Jerusalem

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Zum israelischen Arbeitsmarkt: „Aktuelle Arbeitslosenquote, Zeitarbeit und geringe Gehälter“

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Die durchschnittlichen Gehälter in Israel hören sich immer gigantisch an, doch kenne ich kaum jemanden, der wirklich soviel verdient. In Jerusalem genauso wie in Tel Aviv müssen die meisten Arbeitnehmer mit dem gesetzlichen Mindestlohn auskommen und der fällt da so um die 4000 Schekel (ca. 900 Euro) aus. Wenn wir uns nur einmal anschauen, wie viele Israelis in Zeitarbeitsunternehmen stecken und aufgrunddessen ausgebeutet werden, kommt einem schier das Grausen. Vor ein paar Tagen kam im TV eine Reportage zur Zeitarbeit. Sehen konnte ich sie nicht, denn ich besitze kein Fernsehgerät. Deswegen hoffe ich, dass die Doku irgendwann einmal bei Youtube auftaucht.
Generell arbeiten in Israel mehr Menschen für Zeitarbeitsfirmen als in Deutschland. Selbst Lehrer sind hier bei Zeitarbeitsfirmen beschäftigt und nicht immer direkt bei der Schule. In zahlreichen Regierungsministerien finden wir bis zu 30 % Zeitarbeiter. Seit Jahren stellen Ministerien keine neuen Leute mehr fest ein, denn die Konditionen sind hervorragend und verursachen demnach hohe Kosten. Der Staat aber will weniger Geld für all die Sozialleistungen ausgegeben und dementsprechend werden billigere Zeitarbeiter eingestellt. Dasselbe in Supermärkten oder im Security Bereich. Und wie die Zeitarbeit – Bezahlung aussieht, kann man nur erahnen. Jedenfalls nicht die in Statistiken erfassten offiziellen Durchschnittseinkommen.
Seit mehr als einem Jahrzehnt steigen lediglich die Gehälter fest eingestellter stattlicher Bediensteter an. Daneben verdienen Egged – Busfahrer, Hafenarbeiter oder Angestellte der Elektrizitätzwerke ein Schweinegeld. Alle anderen kommen vielleicht gerade einmal so über die Runden. Wenn überhaupt, denn zur Monatsmitte hin überziehen Israelis gewöhnlich ihr Girokonto.
Die aktuelle Arbeitslosenquote kann man hier einsehen:
http://www.globes.co.il/en/article-the-unemployment-rate-is-down-to-57-1000988564
Zudem sei gesagt, dass die Arbeitslosigkeit nicht selten ortsbedingt ist. In der Negev oder hoch im Norden sind Jobs dünn gesät. Außer vielleicht in Beersheva oder Haifa. Die Küstenregion um Tel Aviv, Herzliya, Raanana, Netanya oder Rishon LeZion bietet Jobs, doch darf nicht vergessen werden, dass hier unzählige Call Center angesiedelt sind. In Jerusalem wiederum ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt mies und die Gehälter liegen tief unter dem Tel Aviv Niveau. Wobei in Tel Aviv ein hoher Teil des Verdienstes für Miete und Lebenshaltungskosten draufgeht. Mittlerweile ist das nicht viel anders in Jerusalem.
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